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ThemaBildkommunikation richtig interpretieren
BroschüreJugendliche Bilderwelten im Internet (Thema 2)
AlterAb der 7. Schulstufe
UnterrichtsfächerDeutsch, Soziales Lernen
Digitale Kompetenzen digikomp81.2 Verantwortung bei der Nutzung von IT
Dauer2–3 Unterrichtseinheiten

Ziele

  • Mit Bildern kommunizieren lernen
  • Bedeutung von Bildkommunikation verstehen

Ablauf

Die Schüler:innen arbeiten zu zweit und sollen miteinander eine Diskussion führen, die ausschließlich aus Bildern besteht. Die Unterhaltung kann online (z. B. E-Mail, Soziale Netzwerke) oder mit ausgedruckten Bildern stattfinden. Emojis sind nicht erlaubt.

Phase 1

Je nach Alter und Interessen wählen die Schüler:innen ein möglichst kontroverses Diskussionsthema. Mögliche Fragestellungen:

  • Bei Streit zwischen Freund:innen oder den Eltern Partei ergreifen?
  • Erste Hilfe leisten oder einfach weitergehen?
  • Jedes Jahr ein neues Handy?
  • Studium oder Start ins Berufsleben?


Die Teams legen das Thema sowie die genaue Fragestellung fest. Danach darf nicht mehr gesprochen werden. Ein:e Schüler:in beginnt die Unterhaltung mit dem ersten Bild, danach ist die andere Person an der Reihe. Jedes Kind soll mindestens drei Bilder in die Diskussion einbringen. Ziel ist es, schweigend eine gemeinsame Übereinkunft zum gewählten Thema zu finden.

Danach erstellen die Schüler:innen mit den verwendeten Bildern eine Präsentation, etwa ein Plakat oder ein Dokument mit einem geeigneten Programm (z.B. Word, PowerPoint, Fotostory oder OpenOffice).

Phase 2

Die Schüler:innen interpretieren die Bildgeschichten der anderen Gruppen. Jedes Kind schreibt auf, worum es in den Unterhaltungen der einzelnen Präsentationen geht, z.B. in einer Notiz auf dem Plakat, mit einem Kommentar im Dokument oder auf der Lernplattform.

Phase 3

Die Autor:innen der jeweiligen Geschichten lösen auf, ob diese richtig gedeutet wurden. Danach wird in der Klasse reflektiert:

  • Welche Missverständnisse sind aufgetreten?
  • Woran liegt es, dass Bilder manchmal nicht verstanden werden?

Hintergrundinformation: Bildkommunikation richtig interpretieren

Bilder und Symbole sind fest im Kommunikationsverhalten von Kindern und Jugendlichen verankert und manchmal einziger Bestandteil einer Online-Unterhaltung. Selbst klassische Textnachrichten werden häufig nur mit Emojis oder Wort-Bild-Kombinationen beantwortet - das bietet Nährboden für Missverständnisse.

„Lost in translation“

Kommunizieren Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen, gelingt ihnen die Deutung von Bildern in der Regel ganz gut. Dennoch wird Bildkommunikation im Internet immer wieder falsch interpretiert oder missverstanden. Besonders Erwachsene stehen angesichts ironischer Emojis oder Memes mit jugendkulturellem Bezug oft vor einem Rätsel.

Emojis statt Emotionen

In WhatsApp & Co. verwenden Jugendliche oft Emojis, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen: Ein Herz-Symbol anstatt eines „Ich liebe dich“, ein wütender Smiley anstelle eines klärenden Gesprächs. Nicht immer ist die Botschaft der bunten Piktogramme eindeutig: So sehen etwa Emojis am iPhone ein wenig anders aus als auf Android-Geräten. Auch kulturelle Unterschiede können zu Fehlinterpretationen führen.

In den Unterricht einbinden

  • Diskutieren Sie mit Ihren Schüler:innen anhand von konkreten Beispielen, warum Bilder oder Emojis falsch verstanden werden könnten.
  • Lassen Sie die Schüler:innen eine Bildanalyse durchführen, die zusätzlich die Ebene der Emotion beinhaltet: Was verbinde ich mit diesem Bild? Was löst es bei mir aus? Was könnte es bei anderen auslösen?

Links

Beispiel für eine Bildanalyse im Unterricht: “Wie schreibe ich eine Bildanalyse?”

 Jugendliche_Bilderwelten_WEB.pdf

Unterrichtsmaterial: Jugendliche Bilderwelten

Bilder werden in der digitalen Welt immer wichtiger und stehen besonders bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Dieses Unterrichtsmaterial unterstützt Lehrende bei der Vermittlung von visueller Kompetenz.

Veröffentlichung: Februar 2016