Angebot: „Mein Mittel gegen die Angst“
| Thema | Das macht mir Angst |
| Broschüre | Safer Internet im Kindergarten (Thema 3) |
| Material | Bastelmaterial (Farben, Kleber, Klorollen, Karton, …) |
| Typ | Bewegungsspiel |
Ziele
- Ängste akzeptieren
- Distanz zu angsteinflößenden Inhalten schaffen
- Lernen, Angst zu verarbeiten
- Wissen, an wen man sich wenden kann
Ablauf
Phase 1
Die Pädagoginnen und Pädagogen besprechen mit den Kindern, dass es in Filmen, Videos oder Spielen immer wieder Dinge geben kann, die den Kindern unheimlich sind. Sie erklären den Kindern, dass dies ganz normal ist und auch sie selbst diese Erfahrung gemacht haben. Sie machen den Kindern Mut und zeigen, wie sie auf angsteinflößende Inhalte reagieren können:
- ausschalten, wegklicken, Programm schließen
- etwas Schönes tun, an etwas Schönes denken
- mit Erwachsenen darüber reden
Phase 2
Alle Kinder stehen im Kreis und sprechen gemeinsam im Chor: „Ich hab schon einmal etwas gesehen, das war echt gruselig!“. Ein Kind tritt in den Kreis, macht vor, was es gesehen hat und erzählt kurz darüber. Dann fragen alle: „Und was hast du dann gemacht?“ Das Kind in der Mitte erzählt, was es gemacht hat, um die Angst zu überwinden. Daraufhin sagen wieder alle im Chor: „Das hast du gut gemacht!“ und bestärken so das Kind in der Mitte.
Phase 3
Abschließend wird besprochen, welche Möglichkeiten Kinder haben, wenn sie mit gruseligen Inhalten konfrontiert sind und an wen sie sich wenden können.
Portfolio
Die Kinder basteln aus Klorollen lustige Figuren, die ihnen in gruseligen Situationen Mut machen und sie daran erinnern, was sie gegen die Angst tun können. Diese können dann aufgehängt oder aufgestellt werden.
Vorlese-Geschichte: „Die drei Freunde“
Hintergrundinformation: Das macht mir Angst!
Kinder entwickeln im Laufe ihres Lebens immer wieder neue Ängste (Verlustangst, Angst vor der Dunkelheit, Angst vor Tieren etc.). Diese sind für sie überlebenswichtig, denn nur so lernen Kinder sich vor Gefahren zu schützen. Auch die scheinbar unbegründete Angst vor Monstern und anderen Gruselwesen ist normal. Damit diese Ängste bewältigt werden können und sie die Kinder nicht vom Schlafen abhalten, ist es wichtig, diese zu verarbeiten und auch mit Erwachsenen zu besprechen.
Wie kommen Kinder an verstörende Inhalte?
Auch ohne ihr Zutun stolpern Kinder immer wieder über Inhalte, die ihrem Alter nicht entsprechen. Nicht selten werden sie von anderen Kindern, die ihre Angst mit ihnen teilen wollen, darauf gestoßen. Genauso kommt es vor, dass ältere Kinder jüngere Kinder mit Inhalten konfrontieren, denen sie zwar selbst einigermaßen gewachsen sind, die jüngeren aber überfordern. Nicht immer ist jemand direkt verantwortlich: Auch beim Spielen oder bei unkontrolliertem Surfen können Kinder auf unangemessene Inhalte stoßen. Problematisch sind hier zum Beispiel Plattformen wie YouTube: Immer wieder kommt es vor, dass an sich harmlose Kinderserien mit verstörenden Inhalten „angereichert“ werden.
Kann man Kinder vor ungeeigneten Medieninhalten schützen?
Egal welche Filter oder Kinderschutzanwendungen genutzt werden, es besteht immer ein Restrisiko, dass Kinder mit Inhalten in Berührung kommen, denen sie (noch) nicht gewachsen sind. Es ist daher wichtig, dass sie auch bei der Mediennutzung nicht allein gelassen werden und eine gute Bindung zu ihren Eltern haben. Vorsicht auch bei der Autoplay-Funktion auf YouTube: Damit wird nach Ende eines Videos automatisch ein neues Video gestartet.
Was im Anlassfall zu tun ist
Kinder brauchen Unterstützung bei der Bewältigung von Angst. In welcher Form diese erfolgt, unterscheidet sich je nach Kind: Vom Trösten und Haltgeben bis hin zur Psychotherapie sind mehrere Wege denkbar. Eine Zusammenarbeit mit den Eltern ist im Fall von Ängsten, die durch Medienkonsum ausgelöst wurden, auf jeden Fall anzuraten.
Was Kinder wissen sollten
Findest du auf einem Bildschirm etwas, das dir Angst macht, schalte es aus oder schau weg. Sprich mit deinen Eltern oder anderen Erwachsenen darüber, aber zeig es nicht auch noch anderen Kindern!
Handbuch: Safer Internet im Kindergarten
Das Handbuch Safer Internet im Kindergarten für die Aus- und Weiterbildung von Kindergartenpädagog:innen beinhaltet Informationen, Tipps und Links zu den wichtigsten „Safer Internet“-Themen im Kindergartenalter mit konkreten Übungsvorschlägen und schneidet auch das Thema der entsprechenden Medienerziehung in der Familie an.
Veröffentlichung: Februar 2024