Angebot: „Nein sagen!“
| Thema | Umgang mit Gruppendruck |
| Broschüre | Safer Internet im Kindergarten (Thema 7) |
| Material | Papier, Flüssigfarben, Klarsichtsfolien, Ampel/Stoppschild |
| Typ | Bewegungsspiel |
Ziele
- Verstehen, dass ein „Nein“ unterschiedlich aussehen kann
- Erkennen, wann man „Nein!“ sagen möchte
- Wissen, wie man „Nein!“ sagt, auch wenn es schwierig ist
Ablauf
Phase 1
Die Kinder besprechen anhand von einem Ampelsystem, Stoppschild o. Ä., was „Nein“ eigentlich bedeutet: Wann darf man „Nein“ sagen? Wann ist es sogar wichtig? Warum muss ein „Nein“ ernstgenommen werden? In welchen Situationen darf man ein „Nein“ ignorieren?
Phase 2
Die Kinder bilden einen Kreis und gehen in die Hocke. Nun sprechen sie leise vor sich hin: „Nein, nein, nein, nein, ...“ und trommeln dabei mit den Händen auf den Boden. Auf ein Zeichen springen alle Kinder auf und rufen entweder „Ja“ oder „Nein“. Dann nennen die Pädagoginnen oder Pädagogen eine Situation, die Kinder überlegen in der Hocke, springen wieder auf ein Zeichen auf und sagen entweder „Ja“ oder „Nein“ – je nachdem, wie sie sich positionieren.
Beispiele:
„Wenn mir eine Tante, die ich nicht mag, ein Bussi geben möchte.“
„Wenn ich mitspielen möchte.“
„Wenn mein großer Bruder mir ein Bild zeigen will und ich genau weiß, dass ich es nicht sehen möchte!“
„Wenn eine Freundin möchte, dass ich schlecht über eine andere Freundin rede.“
„Wenn meine Mama ein Foto von mir machen will, ich aber nicht!“
„Wenn ich auch aufs Familienfoto möchte.“
Phase 3
In der Reflexion wird besprochen, warum man auf manche Situationen mit „Nein“ antwortet und auf andere mit „Ja“. Wie kann man „Nein“ sagen, auch wenn es schwerfällt?
Portfolio
Die Kinder geben einen Klecks flüssige Farbe auf ein Blatt, falten dieses und stecken es in eine Klarsichtfolie. Nun rufen alle Kinder „Nein“ und klatschen mit der flachen Hand oder der Faust auf die Folie. Welche unterschiedlichen Formen kann ein „Nein“ annehmen? Die Kinder vergleichen ihre Kunstwerke miteinander.
Vorlese-Geschichte: „Die drei Freunde“
Hintergrundinformation: Umgang mit Gruppendruck
Die Fähigkeit, anderen nicht um jeden Preis in allen Belangen zu folgen, auch einmal anders zu sein und das ausdrücken und ertragen zu können, ist wichtige Voraussetzung, um z. B. Cyber-Mobbing vorzubeugen. Kinder, die selbstbewusst sind und sich gut abgrenzen können, sind eher dazu in der Lage, für sich selbst einzustehen und auch dann einzuschreiten, wenn andere in Bedrängnis geraten.
„Nein“ sagen
Für manche Kinder ist es eine echte Herausforderung, sich von den eigenen Freundinnen und Freunden abzugrenzen, wenn diese etwas von ihnen wollen, das sie selbst nicht wollen. „Nein“ sagen zu können, ohne zu fürchten, dass andere einen dann nicht mehr mögen könnten, ist eine wichtige Fähigkeit. Kinder müssen lernen, dass sie dies dürfen und es auch aushalten, wenn ihre Freundinnen und Freunde eine Weile sauer oder beleidigt sind. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine gute und stabile Beziehung zu Erwachsenen.
Doch auch diesen gegenüber sind solche Abgrenzungen notwendig. Zum Beispiel dann, wenn sie ein Foto von einem Kind machen, obwohl es das nicht möchte. Wichtig ist, dass Erwachsene das „Nein“ der Kinder akzeptieren und nicht einfach ignorieren – auch wenn das manchmal schwerfällt.
Umgang mit Gruppendruck
Sich Gruppendruck entziehen zu können oder etwas nicht zu machen, nur weil es „alle anderen“ machen, ist ebenfalls eine zentrale Voraussetzung, um zukünftig schwierige Online-Situationen bewältigen zu können. Selbstbewussten Kindern fällt es leichter, gruselige Kettenbriefe zu löschen und keine nachteiligen Bilder von sich zu posten. Wissen Kinder selbst, was sie wollen und wo ihre Grenzen sind, so setzen sie auch andere nicht unter Druck.
Was Kinder wissen sollten
Du musst nicht immer alles machen, was die anderen von dir wollen. Du darfst dich trauen, auch einmal etwas anders oder ganz allein zu machen. Du magst deine Freunde und Freundinnen ja ebenfalls weiterhin, auch wenn du vielleicht kurz enttäuscht bist!
Handbuch: Safer Internet im Kindergarten
Das Handbuch Safer Internet im Kindergarten für die Aus- und Weiterbildung von Kindergartenpädagog:innen beinhaltet Informationen, Tipps und Links zu den wichtigsten „Safer Internet“-Themen im Kindergartenalter mit konkreten Übungsvorschlägen und schneidet auch das Thema der entsprechenden Medienerziehung in der Familie an.
Veröffentlichung: Februar 2024