Übung: „Das Gefühle-Quiz"
| Thema | Online-Verhalten von Mädchen und Jungs |
| Broschüre | Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet (Thema 5) |
| Alter | ab der 5. Schulstufe |
| Unterrichtsfächer | Informatik, Sprachen |
| Digitale Grundbildung | Digitale Kommunikation und Social Media, Sicherheit |
| Dauer | 2-3 UE |
Ziele
- Ausdrucksmöglichkeiten in Sozialen Netzwerken reflektieren können
- Gefühle online ausdrücken und bewerten können
- Geschlechterbilder hinterfragen lernen
Ablauf
Wie stelle ich Gefühle in Sozialen Netzwerken dar? Die Klasse erstellt dazu mehrere Quiz basierend auf den eigenen Erfahrungen in Sozialen Netzwerken.
Phase 1 – Analyse
Die SchülerInnen analysieren ihre eigenen Aktivitäten in Sozialen Netzwerken anhand folgender Fragen: Wie zeige ich online, dass ...
- ich glücklich bin?
- ich traurig bin?
- ich wütend bin?
- mir langweilig ist?
- mir etwas besonders gut gefällt?
- ich etwas besonders gut kann bzw. mich besonders gut auskenne?
Wie zeige ich meine Gefühle nur einer eingeschränkten Gruppe von Personen (z. B. meinen allerbesten FreundInnen)?
Phase 2 - Vergleich
Nun wird verglichen:
- Gibt es geschlechterspezifische Unterschiede?
- Nutzen Mädchen tatsächlich mehr Möglichkeiten, um ihren Gefühlen online Ausdruck zu verleihen?
- Welche Anregungen kann sich jede bzw. jeder Einzelne von dieser Übung holen?
Phase 3 - Quiz
Die Klasse teilt sich in Gruppen auf. Jede Gruppe übernimmt ein Thema (z. B. „Wie zeige ich online, dass ich glücklich bin?“) und erstellt ein Quiz dazu, z. B. über learningapps.org. Ziel des Quiz soll sein, andere auf mögliche Negativfolgen von Ausdrucksmitteln in Sozialen Netzwerken aufmerksam zu machen bzw. das Repertoire sinnvoll zu erweitern.
Eine mögliche Fragestellung: Wie kann ich mich besser ausdrücken, damit mich mehr Personen verstehen können, ohne sich über mich lustig zu machen?
Achtung
Hier sollten Sie als Lehrkraft besonders darauf achten, dass nicht über SchülerInnen hergezogen wird.
Hintergrundinformation: Online-Verhalten von Mädchen und Jungs
Mädchen wie Jungs verfügen in Sozialen Netzwerken grundsätzlich über dieselben Möglichkeiten – und dennoch scheint es Unterschiede bei der Nutzung zu geben. Während bei Mädchen tendenziell die persönliche Kommunikation im Vordergrund steht, ist es bei Jungs eher die Unterhaltung.
Beim Umgang mit den eigenen Gefühlen werden die Unterschiede im Online-Verhalten von Mädchen und Jungs besonders deutlich.
Mädchen scheuen sich meist nicht davor, im Netz ihre aktuelle Gemütslage – sei sie nun positiv oder negativ – mitzuteilen. Sie finden es okay, auch mal online traurig zu sein und drücken dies auf vielfältige Weise aus (z. B. mit Stimmungsfotos, Musikvideos, Sinnsprüchen etc.).
Bei Jungs hingegen herrscht die Meinung vor, sie dürften negative Gefühle online nicht ausdrücken und auch keinen Zuspruch dafür erwarten. Viel zu groß ist das Risiko als „Weichei“ abgestempelt zu werden.
Generell werden Soziale Netzwerke von den Jugendlichen als Raum erlebt, in dem alles idealerweise positiv darzustellen ist. Um dieser „Happy-Gesellschaft“ zu genügen, werden traurige Gefühle oft bewusst unterdrückt. Am ehesten werden diese noch bei Mädchen akzeptiert, aber auch da nervt die Jugendlichen allzu häufiges „Herumgeheule“.
Voneinander lernen
- Diskutieren Sie mit Ihren SchülerInnen, ob und wie sich Mädchen und Jungs in ihrem Online-Verhalten voneinander unterscheiden. Was könnten die Gründe dafür sein? Macht diese Unterscheidung nach Geschlecht Sinn? Dies lässt sich auch gut als Hausübung oder Schularbeit umsetzen.
- Lassen Sie sich von Ihren SchülerInnen zeigen und erklären, wie Jugendliche online ihre Gefühle ausdrücken. Sie werden überrascht sein, wie kreativ und vielfältig ihre Wege sind!
- Überlegen Sie mit Ihrer Klasse, wie man online traurige Gefühle ausdrücken kann, ohne von anderen dafür verurteilt zu werden.
Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet
Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.
Veröffentlichung: Januar 2021