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ThemaSelbstdarstellung ist mehr als ein Foto
BroschüreSelbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet (Thema 2) 
Alterab der 5. Schulstufe
UnterrichtsfächerSoziales Lernen, Sprachen
Digitale GrundbildungMediengestaltung, Digitale Kommunikation und Social Media
MaterialArbeitsblatt „Mein Chat mit ...?"
Dauer1 UE

Ziele

  • Über Wirkung von Sprache reflektieren
  • Sprache als kreatives Stilmittel erleben
  • Sprache als Grundlage für Konflikte hinterfragen

Ablauf

Die SchülerInnen schlüpfen in verschiedene Rollen, erstellen entsprechende Chatverläufe und hinterfragen so stereotype Zuschreibungen.

Phase 1 - Erstellen von Chatverläufen

Jede Gruppe/Person erstellt einen Chatverlauf (siehe Arbeitsblatt auf S. 32). Dazu verteilt die Lehrperson einen Zettel, auf dem eines der folgenden Stereotype (a–g) steht. Die SchülerInnen dürfen nicht verraten, welche Person ihnen zugewiesen wurde. Sie formulieren nun einen Chatverlauf, wie er für die jeweilige Person passen könnte.

  • a. gewaltbereiter, männlicher Jugendlicher
  • b. tierliebes, junges Mädchen
  • c. Fridays-for-Future-Aktivistin
  • d. Fußball-Hooligan
  • e. coole, große Schwester
  • f. technikbegeistertes Mädchen
  • g. musik- und tanzbegeisterter Junge


Phase 2 – Erraten der Zuordnungen

Nun wird das Blatt an der Linie gefaltet und an eine weitere Person oder Gruppe weitergegeben. Diese soll nun raten, welche der vorgegebenen Personen hier imitiert wurde. Sie schreibt eine kurze Begründung für ihre Vermutung. Dabei können folgende Aspekte helfen:

  • inhaltliche Bezüge
  • Art der Sprache
  • Geschlechterstereotype („Typisch Mädchen ist ...“)


Phase 3 - Verallgemeinerungen und Schlussfolgerungen

In der dritten Phase wird reflektiert, ob es einfach war, diese Zuordnungen zu treffen. Kann man anhand von Chatverläufen überhaupt erkennen, wer wie spricht? Wo kann es zu falschen Zuordnungen kommen und welche Rolle spielen dabei eigene Vorurteile?


Hintergrundinformation: Selbstdarstellung ist mehr als ein Foto

Denkt man an Selbstdarstellung, kommen einem meist Selfies oder andere Fotos in den Sinn. Doch Online-Selbstdarstellung ist sehr viel mehr: das Mitteilen von Interessen, das Teilen von Memes, GIFs und Videos – und auch die Sprache.

Sprache als Abgrenzung

Sprache ist ein wichtiges Mittel, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu demonstrieren. Wie gesprochen oder geschrieben wird, sagt viel über die regionale und soziale Zugehörigkeit aus.

Mit Sprache lässt sich auch spielen: Man kann sie gezielt dazu einsetzen, um sich einer Gruppe zugehörig zu zeigen oder eben nicht. Werden lokale Idiome verwendet, wird im Dialekt gesprochen oder geschrieben, so zeigt das die Zugehörigkeit zu einer Region. Werden Begriffe genutzt, die vor allem in der eigenen Community verbreitet sind, dient dies unter Umständen zur Abgrenzung vom Rest der Gesellschaft.

Jugendsprache

Jugendliche finden seit jeher Strategien, um sich von Erwachsenen abzugrenzen – sei es über Musik und Kleidung oder eben über die Sprache. Diese dient nicht nur der Kommunikation, sondern auch der Identitätsbildung, dem Nachweis der Glaubwürdigkeit und der Authentizität.

Dazu gehören:

  • Begriffe mit anderen Ursprungsbedeutungen (z. B. Stalking, Lauch, Insider)
  • Neue Worterfindungen (z. B. lol, Smombie)
  • Andere Sprachen (z. B. haram, Habibi)
  • Marken-Bezeichnungen, die in den Sprachgebrauch übernommen werden (z. B. „googeln" für das Suchen in einer Suchmaschine, „facetimen“ als Begriff für Videotelefonie, egal auf welcher Plattform)
  • Vereinfachung von Sprache und Satzbau, wie z. B. Wegfall von Artikeln oder das Zusammenziehen mehrerer Wörter (Beispiel: „Gemma Kino.“)
  • „YouTube-Deutsch“: künstlich klingendes Hochdeutsch, das auf deutschsprachigen Videoplattformen von InfluencerInnen genutzt wird

Bildersprache

Jugendliche kommunizieren gerne über Fotos, Emojis oder Wort-Bild-Kombinationen (Memes).

Gerade bei Emojis kommt es manchmal zu Missverständnissen, da diese auf den Plattformen teilweise unterschiedlich aussehen und auch kulturell unterschiedlich verstanden werden können.

Online- vs. Offline-Sprache

Jugendliche unterscheiden in ihrer Sprache meist klar zwischen online und offline und können problemlos von einer Sprache zur anderen wechseln. Im Netz kann es unter Jugendlichen ziemlich ruppig zugehen, Kraftausdrücke und sexuelle Anspielungen kommen häufig vor. Das ist besonders für jüngere NutzerInnen schwierig. Diesen fällt es oft schwer, die Sprache richtig einzuordnen, wodurch es zu Missverständnissen oder Konflikten kommen kann.

 Unterrichtsmaterial_Selbstdarstellung.pdf

Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet

Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.

Veröffentlichung: Januar 2021