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ThemaKommentare und Likes – auf der Suche nach Bestätigung
BroschüreSelbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet (Thema 9) 
Alterab der 6. Schulstufe
UnterrichtsfächerBildnerische Erziehung, Deutsch, Soziales Lernen
Digitale GrundbildungDigitale Kommunikation und Social Media, Sicherheit
Dauer2 UE

Ziele

  • Bewusstsein für mögliche Formen der Bestätigung und deren Einsatz im Internet entwickeln
  • Das geschlechterspezifische Online-Verhalten von Jugendlichen reflektieren können

Ablauf

Die SchülerInnen überlegen, wie man mit anderen Personen online interagieren kann, welche Auswirkungen dies haben kann und erstellen dazu geschlechterspezifische Plakate.

Phase 1 - Brainstorming

Die SchülerInnen sammeln in einem Brainstorming, welche Formen der Bestätigung es in Sozialen Netzwerken geben kann (z. B. Likes, Kommentare, Shares, Markierungen, zu Gruppen hinzufügen etc.). Auch die Auswirkungen dieser Interaktionen werden kurz besprochen.

Phase 2 - Analyse

Im nächsten Schritt sammeln die SchülerInnen anonymisiert (!) und geschlechtergetrennt echte Beispiele aus Sozialen Netzwerken: Mädchen, die mit Mädchen interagieren, Jungs, die mit Jungs interagieren, Mädchen, die mit Jungs interagieren etc. Die gesammelten Beispiele werden in der Klasse besprochen: Wie können sich diese Formen der Interaktion auf die beteiligten Personen auswirken?

Phase 3 - Plakatgestaltung

Die SchülerInnen gestalten nun Plakate, die über die unterschiedlichen Formen der Interaktion in Sozialen Netzwerken informieren. Die Plakate sollen sich gezielt an eine Geschlechtergruppe richten. Die fertigen Plakate können in der Schule aufgehängt werden.

Selbstreflexion für Lehrende

Wie schätzen Sie selbst das Kommunikationsverhalten zwischen Mädchen und Jungs im Internet ein? Sehen Sie Unterschiede? Wie verhalten sich Erwachsene?


Hintergrundinformation: Kommentare und Likes - auf der Suche nach Bestätigung

Ein wesentliches Ziel der Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken ist die Bestätigung durch die Peergroup. Positive Reaktionen auf die eigenen Postings, etwa durch Kommentare oder Likes, dienen als Gradmesser für die erfolgreiche Selbstinszenierung und tragen zum Selbstbewusstsein bei.

Viele Kommentare und Likes/Herzchen/„Daumen hoch“ bedeuten nicht nur eine Bestätigung der geposteten Inhalte, sondern auch der Person selbst. Auf diese Weise leisten diese einen wichtigen Beitrag zur Identitätsfindung. Wer viel Bestätigung erhält, fühlt sich besser als andere. Das kann zu einem richtigen Konkurrenzkampf um die meisten Likes führen.

Die Jagd nach Likes kann auch sehr eigenwillige Formen annehmen. Beispiele: „Wenn ich 500 Likes bekomme, poste ich ein Nacktfoto“, „Like in 3 Sekunden oder du hast 7 Jahre Pech“.

Werden z. B. Fotos nicht ausreichend gelikt, werden sie wieder gelöscht und durch bessere ersetzt. Systematisches Ignorieren und Ausschließen in Sozialen Netzwerken ist auch eine Form von Cybermobbing.

Machen Sie den Selbsttest!

  • Reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten in Sozialen Netzwerken: Wie wichtig ist es Ihnen selbst, Likes oder Kommentare auf Postings zu erhalten? Was tun Sie dafür? Und wie geht es Ihnen, wenn auf Postings keine Reaktionen kommen?

Voneinander lernen

  • Überlegen Sie mit Ihren SchülerInnen, wie man Eltern oder Großeltern die Bedeutung von Likes und Ähnlichem erklären könnte. Finden Sie ähnliche Situationen aus dem Offline-Alltag (z. B. Komplimente bekommen, Klatsch und Tratsch austauschen etc.).
  • Lassen Sie sich von Ihren SchülerInnen Postings zeigen, die besonders viele positive Reaktionen erhalten haben. Diskutieren Sie gemeinsam die möglichen Gründe dafür.
 Unterrichtsmaterial_Selbstdarstellung.pdf

Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet

Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.

Veröffentlichung: Januar 2021