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Übung: „Schönheit im Wandel der Zeit"

ThemaWas ist Schönheit?
BroschüreSelbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet (Thema 12) 
Alterab der 7. Schulstufe
UnterrichtsfächerGeschichte und Sozialkunde, Bildnerische Erziehung, Informatik, Medienkunde
Digitale GrundbildungGesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung, Digitale Kommunikation und Social Media
Dauer1–2 UE + Hausübung

Ziele

  • Schönheitsideale reflektieren
  • Die eigenen Ideale mit vergangenen Idealen vergleichen
  • Sich mit den Erfahrungen der eigenen Eltern auseinandersetzen

Ablauf

Ausgehend von einer Recherche im Internet und Interviews mit Eltern, Großeltern etc. erstellen die Jugendlichen prototypische Darstellungen der Schönheitsideale vergangener Zeiten.

Phase 1 - Recherche

Die SchülerInnen interviewen ihre Eltern oder Großeltern zu ihrer Jugend und analysieren – wenn möglich – gemeinsam alte Fotos. Es können auch gemeinsame Internetrecherchen nach Bildern, die den damaligen Schönheitsidealen entsprochen haben, angestellt werden. Wichtig dabei ist, dass die SchülerInnen wertfrei bleiben.

Phase 2 – Darstellung der Schönheitsideale

Je nach Unterrichtsfach werden nun die Schönheitsideale aufgearbeitet: auf Plakaten, in Form von Kurzvideos, Aufsätzen etc.

Phase 3 - Analyse

Abschließend analysieren die SchülerInnen, welche der Trends auch heute noch eine Rolle spielen und wie unterschiedliche Trends zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen wichtiger wurden.

Beispiele dafür:

  • Blasse, nicht von der Sonne gebräunte Haut: Zeichen dafür, das Einkommen auch ohne Arbeit an der Sonne bestreiten zu können
  • Füllige Figur: Zeichen, genug zu essen zu haben, Zeichen des Wohlstandes
  • Muskulöse Figur: Zeichen, einer anstrengenden körperlichen Arbeit nachzugehen

Hintergrundinformation: Was ist Schönheit?

Jugendliche werden in Sozialen Netzwerken mit einem Schönheitsideal konfrontiert, dem sie oft nicht entsprechen (können). Das hat Auswirkungen auf die eigene Körperwahrnehmung.

Bereits 11-jährige Mädchen finden sich – laut der internationalen HBSC Untersuchung (PDF, Seite 5) – zu dick. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass dieses Gefühl bislang erst bei Mädchen ab 15 Jahren beobachtet werden konnte. Eine Vermutung ist, dass hier ein Zusammenhang mit der Nutzung Sozialer Netzwerke besteht: InfluencerInnen leben vor, wie man auszusehen und zu sein hat und die Jugendlichen eifern diesen Vorbildern nach. Ein gesundes Verhältnis zu sich und dem eigenen Körper aufzubauen passiert also nicht mehr nur durch den Vergleich mit dem familiären Umfeld und dem eigenen Freundeskreis, sondern wird zusätzlich durch mediale Vorbilder erschwert.

Es reicht, dass den Jugendlichen die Inhalte der InfluencerInnen gefallen, um diese als nachahmenswert zu empfinden. Dass die Inhalte oft werbefinanziert, bearbeitet und verschönert sind, spielt dabei nur eine geringe Rolle, auch dann, wenn sich die Jugendlichen dessen bewusst sind. Das betrifft Mädchen wie Jungs gleichermaßen.

InfluencerInnen gibt es auf allen Plattformen, besonders relevant sind aber solche, bei denen die „schöne und heile“ Welt im Vordergrund steht – wie etwa derzeit auf Instagram.

Body-Positivity und Body-Neutrality

Um Frauen und Mädchen zu zeigen, dass es nicht darum geht, den perfekten Körper zu haben, sondern den eigenen gut annehmen und als schön empfinden zu können, entstand die sogenannte Body-Positivity-Bewegung. Sie will darstellen, dass ein Körper auch dann schön ist, wenn er nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht. So soll jeder Körper akzeptiert werden – egal wie er aussieht – und damit das Selbstvertrauen der einzelnen Personen gestärkt werden.

Bei Jugendlichen ist diese Bewegung allerdings nicht immer wirksam, hier wird eher das Konzept der „Body Neutrality“ akzeptiert. Dieses zielt darauf ab, sich von den eigenen Makeln und vermeintlichen Mängeln des Körpers nicht einschränken zu lassen: „Ich fühle mich zwar heute nicht hübsch, gehe aber trotzdem tanzen.“

Was also tun, um Jugendliche bei der Entwicklung eines guten Körpergefühls zu unterstützen?

  • Wertschätzung entgegenbringen, ohne das Aussehen zur Bedingung zu machen („Ich schätze dich, egal wie du aussiehst.“)
  • Keine Kritik am Äußeren üben, nur an Dingen, die Jugendliche auch wirklich ändern können (z. B. Körperpflege oder Kleidung)
  • Rollenklischees nicht verstärken („Für ein Mädchen bist du aber ganz schön kräftig!“, „Für einen Jungen bist du aber ganz schön sensibel und eitel.“)
  • Das Thema Bildbearbeitung ansprechen (inklusive der Komplexe, die daraus resultieren können)
 Unterrichtsmaterial_Selbstdarstellung.pdf

Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet

Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.

Veröffentlichung: Januar 2021