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ThemaSexuelle Belästigung online
BroschüreSexualität, Gewalt und digitale Medien (Thema 7)
Alterab 13 Jahren
Dauer1 Stunde

Ziele

  • Verschiedene Formen sexueller Belästigung kennen und erklären können
  • Die rechtliche Lage kennen und wissen, welche Handlungen verboten sind

Ablauf

Die Jugendlichen erstellen ein Glossar zu wichtigen Begriffen rund um sexuelle Belästigung im Internet und setzen sich mit der rechtlichen Lage in Österreich auseinander.

Phase 1

Die Jugendliche versuchen, mithilfe einer Onlinerecherche oder eines Chatbots folgende Begriffe zu erklären:

  • Sexuelle Belästigung
  • Sexting
  • Cybergrooming
  • Sextortion
  • Scam
  • Cybermobbing
  • Dickpic
  • Catcalling
  • Doxing


Die Ergebnisse sammeln sie in einem Textdokument, wobei die Formulierungen kurz und klar gehalten werden sollen.

Phase 2

Nun recherchieren die Jugendlichen, welche dieser Handlungen in Österreich verboten sind und welche gesetzlichen Regelungen es gibt. Dabei sollen sie auf vertrauenswürdige Quellen (z. B. Rechtsinformationssystem des Bundes) achten und auf die österreichische Rechtslage Bezug nehmen.

Phase 3

Abschließend erstellen die Jugendlichen aus dem Glossar eine kurze, leicht verständliche Präsentation, die für eine Schulung mit 12- bis 13-Jährigen geeignet ist. Ziel ist es, die Themen altersgerecht zu vermitteln (z. B. Fachbegriffe mit Beispielen veranschaulichen, keine expliziten Inhalte zeigen).


Hintergrundinformation: Sexuelle Belästigung online

Wie eine Studie von Saferinternet.at aus dem Jahr 2025* zeigt, ist sexuelle Belästigung im Internet für viele Jugendliche Alltag. Sie nehmen solche Vorfälle häufig als „normalen“ Teil ihres Onlinelebens hin und unternehmen nur selten etwas dagegen – auch, weil es ihnen schwerfällt, ihre persönlichen Grenzen aufzuzeigen und „Nein“ zu sagen.

Häufige Formen sexueller Belästigung online

  • anzügliche oder übergriffige Fragen und Kommentare
  • unaufgeforderte Zusendung sexueller Bilder (z. B. „Dickpics“)
  • Direktnachrichten mit sexuell expliziten Inhalten
  • Cybergrooming (gezieltes Anbahnen sexueller Kontakte zu Minderjährigen), siehe Thema 8 (Seite 22)
  • Sextortion (sexuelle Erpressung), siehe Thema 10 (Seite 26)
  • Stalking (hartnäckiges, aufdringliches Verfolgen online)
  • Cybermobbing und Hassrede mit sexueller Komponente

Handlungsmöglichkeiten im Ernstfall

  • Ignorieren und abbrechen, sobald es zu unangenehmen Kontaktaufnahmen kommt.
  • Plattform-Tools nutzen (blockieren, melden, Privatsphäre-Einstellungen anpassen).
  • Erpressung klar benennen und nicht auf Forderungen eingehen.
  • Beweise sichern (z. B. Screenshots machen) und Anzeige erstatten.
  • Andere warnen, um weitere Fälle zu verhindern.

Welche Schutzstrategien gibt es?

  • Frühe Sensibilisierung: Erkennen, wenn Kontakte online in eine unangenehme oder bedrohliche Richtung gehen.
  • Selbstbewusst Grenzen setzen: „Nein“ oder „Stopp“ klar und deutlich kommunizieren.
  • Kontrolle über eigene Daten: Genau festlegen, was veröffentlicht wird und wer Zugriff darauf hat.
  • Ansprechpersonen haben: Sich Erwachsenen anvertrauen, die ohne Vorurteile zuhören und unterstützen.
  • Bauchgefühl ernst nehmen: Auf Warnsignale achten und wissen, was zu tun ist, wenn etwas nicht stimmt.
 WEB_OIAT_Broschuere_Sexualitaet_Gewalt.pdf

Pädagogisches Handbuch: Sexualität, Gewalt und digitale Medien

Tipp

Das Handbuch „Sexualität, Gewalt und digitale Medien“ unterstützt pädagogische Fachkräfte bei der Auseinandersetzung mit Sexualität und sexueller Gewalt im Internet und enthält Übungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Veröffentlichung: September 2025