Übung: „Über Sextortion aufklären"
| Thema | Sextortion als Betrugsmasche |
| Broschüre | Sexualität, Gewalt und digitale Medien (Thema 10) |
| Alter | ab 13 Jahren |
| Dauer | 1 Stunde |
Ziele
- Sextortion erkennen und sich bzw. andere davor schützen können
Ablauf
Ausgehend von einem Sextortion-Aufklärungsvideo konzipieren die Kinder bzw. Jugendlichen eine Aufklärungskampagne für Erwachsene.
Phase 1
Die Kinder bzw. Jugendlichen schauen gemeinsam das Video „Sextortion“ der Watchlist Internet an.
Anschließend denken sie sich paarweise oder in Gruppen eine fiktive erwachsene Person aus, die Opfer von Sextortion werden könnte (z. B. einen jungen Berufsanfänger, der bereits über eigenes Einkommen verfügt und damit ein lukratives Opfer darstellt). Für diese Person soll nun eine Aufklärungskampagne entwickelt werden. Mögliche Leitfragen:
- Wie sollte die Kampagne verbreitet werden (z. B. soziale Netzwerke, Plakat, Arbeitsumfeld)?
- Was ist die wichtigste Botschaft? Welcher Slogan könnte wirken?
- Wie könnte das Ganze visuell gestaltet werden?
Die Kampagnenideen werden kurz im Plenum vorgestellt. Danach überarbeiten die Gruppen ihre Konzepte anhand des Feedbacks.
Phase 2
Nun setzen die Kinder bzw. Jugendlichen ihre Kampagnen prototypisch um – z. B. als Plakat, Social-Media-Posting, Kurzvideo oder in einem anderen kreativen Format.
Je nach Umfang werden die Ergebnisse im Plenum präsentiert und auch anderen Kindern bzw. Jugendlichen zugänglich gemacht (z. B. ausgehängt oder über die Website der Einrichtung bzw. Social-Media-Kanäle).
Hintergrundinformation: Sextortion als Betrugsmasche
Sextortion als Form der organisierten Internetkriminalität ist kein neues Phänomen. Bei dieser Betrugsmasche werden Personen von Onlinebekanntschaften dazu aufgefordert, sexuelle Bilder oder Videos von sich zu versenden, mit denen sie anschließend erpresst werden.
Wie bei vielen Formen des Internetbetrugs machen sich die Täter:innen auch hier die Scham ihrer Opfer zunutze, denn aus Angst vor einer Veröffentlichung ihrer Aufnahmen sehen die Betroffenen oft keinen anderen Ausweg, als auf die Forderungen einzugehen. Das sorgt allerdings nur dafür, dass die Erpressungsversuche weitergehen.
Ziel sollte es also nicht nur sein, Jugendliche darüber aufzuklären, wie sie sich vor Sextortion schützen und im Anlassfall reagieren können. Ebenso wichtig ist es auch, ihnen zu vermitteln, wie sie mit der Scham umgehen können, damit diese nicht als Druckmittel genutzt werden kann.
Tipps zur Prävention
- Freundschaftsanfragen genau prüfen. Keine Anfragen von Fremden annehmen und auf mögliche Fake-Accounts achten.
- Nicht vorschnell auf Intimitäten einlassen, wenn man die Onlinebekanntschaft noch nicht gut kennt.
- Intime Inhalte nicht leichtfertig teilen. Auch wenn die andere Person vermeintlich Bilder von sich selbst schickt – diese können gefälscht sein!
Was tun, wenn man Opfer von Sextortion wird?
- Hilfe holen: Bei Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen (z. B. Rat auf Draht oder Internet Ombudsstelle*).
- Nicht zahlen! Niemals auf Forderungen eingehen – dadurch hören die Erpressungsversuche nicht auf!
- Kontakt sofort abbrechen und Täter:innen blockieren.
- Beweise sichern: Screenshots machen und Chatverläufe speichern.
- Anzeige erstatten (z. B. bei der Polizei).
- Umfeld warnen, dass man Opfer eines Internetbetruges geworden ist.
- Rat auf Draht – „Erpressung mit Nacktbildern“
- Watchlist Internet – „Sextortion: Wenn ein harmloser Flirt in Erpressung endet“
- Saferinternet.at – „Wie kann ich mich gegen Sextortion und Rachepornos wehren?“
* Rat auf Draht und die Internet Ombudsstelle sind sogenannte „Trusted Flagger“ – also vertrauenswürdige
Hinweisgeber gegenüber bestimmten sozialen Netzwerken. Ihre Meldungen werden dort vorrangig bearbeitet. Es kann daher sinnvoll sein,
problematische Inhalte direkt an diese Stellen zu melden, wenn Unterstützung benötigt wird.
Pädagogisches Handbuch: Sexualität, Gewalt und digitale Medien
TippDas Handbuch „Sexualität, Gewalt und digitale Medien“ unterstützt pädagogische Fachkräfte bei der Auseinandersetzung mit Sexualität und sexueller Gewalt im Internet und enthält Übungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Veröffentlichung: September 2025