Übung: „Das Bildquellenquiz"
| Thema | Bilder vs. Realität |
| Broschüre | Wahr oder falsch im Internet? (Thema 10) |
| Alter | ab der 6. Schulstufe |
| Unterrichtsfächer | Politische Bildung, Geschichte und Sozialkunde, Bildnerische Erziehung, Medienerziehung, Digitale Grundbildung |
| Dauer | 1-2 UE |
Ziele
- Bilder kritisch hinterfragen lernen
- Kontext von Bildern interpretieren können
- Falschmeldungen erkennen und beurteilen können
Ablauf
Die Schüler:innen testen ihre Bildrecherchefähigkeiten anhand eines selbsterstellten Quiz.
Phase 1
Die Schüler:innen finden sich in Kleingruppen zusammen und suchen pro Gruppe nach einem Foto, das im sozialen Netzwerk ihrer Wahl gerade besonders häufig geteilt wird. Idealerweise handelt es sich dabei um ein Bild eines außergewöhnlichen Ereignisses (z. B. Amoklauf, Terrorangriff, Demonstration). Denn solche Bilder werden im Internet häufig aus dem Kontext gerissen und anderen Ereignissen zugeordnet (z. B. anderen Krisen in anderen Ländern).
Phase 2
Nun gibt jede Gruppe ihr gewähltes Bild an die nächste Gruppe weiter, ohne zu verraten, woher sie dieses hat. Jede Gruppe hat nun die Aufgabe, zu recherchieren, woher das erhaltene Bild ursprünglich stammt. Darüber hinaus sammeln die Schüler:innen sämtliche Ereignisse, denen das Bild fälschlicherweise zugeschrieben wurde. Aus diesen Ergebnissen erstellt jede Gruppe eine Quizfrage zum jeweiligen Bild mit mehreren Antwortmöglichkeiten („Woher stammt dieses Bild?“).
Phase 3
Erstellen Sie nun aus allen Quizfragen der einzelnen Gruppen ein gesammeltes Quiz (z. B. in Kahoot oder PowerPoint) und spielen Sie dieses gemeinsam mit der Klasse durch.
Diskutieren Sie abschließend mit Ihren Schüler:innen folgende Fragen:
- Welche Bilder werden in welchem Zusammenhang besonders oft verbreitet?
- Was haben solche viralen Bilder gemeinsam?
- Worauf kann man achten, um keiner falschen Berichterstattung aufzusitzen?
Hintergrundinformation: Bilder vs. Realität
Fotos und Videos im Internet bilden nicht immer die Realität ab. Selbst wenn Aufnahmen auf den ersten Blick authentisch wirken, wurde oft ein wenig nachgeholfen - nicht nur, um sie für die Werbebranche aufzupolieren. In der medialen Berichterstattung werden gefälschte Fotos und Videos immer wieder gezielt eingesetzt, um Falschmeldungen in Umlauf zu bringen oder bestimmte Theorien zu unterstützen. Besonders in sozialen Netzwerken dienen Fake-Bilder der Stimmungsmache, etwa gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen.
Fälschungen erkennen: Übung macht den Meister!
Fake-Bilder müssen nicht zwingend bearbeitet werden, um zu täuschen. Manchmal reicht es, nur einen bestimmten Ausschnitt zu zeigen oder ältere Bilder aus dem Kontext zu reißen und mit einer neuen Schlagzeile zu veröffentlichen. Kindern und Jugendlichen ist durchaus bewusst, dass digitale Bilder manipuliert oder bearbeitet sein können. In der Praxis fällt es ihnen allerdings oft schwer, gefälschte Bilder als solche zu erkennen.
Tipps zum Überprüfen von Bildern
- Quelle hinterfragen: Von wem ist die Website oder das Social-Media-Konto, auf dem das Foto veröffentlicht wurde? Was ist über diese Personen bekannt?
- Quellen vergleichen: Stimmt die Geschichte zum Bild überhaupt? Berichten auch andere Medien darüber?
- Bilder überprüfen: Eine umgekehrte Bildersuche im Internet kann den tatsächlichen Ursprung eines Bildes aufzeigen (z. B. Google Lens [Desktop und mobil], TinEye [Desktop und mobil] oder Bing Visuelle Suche [Desktop und mobil]).
- Faktenchecker wie jene der APA oder DPA, mimikama.at oder correctiv.org nutzen: Wurde ein Bild bereits als Fälschung enttarnt?
- Metadaten des Fotos abfragen: Diese geben u. a. Auskunft über Ort, Datum und Uhrzeit der Aufnahme (z. B. mit dem Tool EXIF data).
- Auf Anzeichen für KI-generierte Bilder achten: Beispielsweise können deformierte Finger, unnatürliche Haare oder unrealistische Hintergründe ein Hinweis sein.
Wie können Bilder manipuliert werden?
- Bearbeitung von Bildern mit Grafikprogrammen wie Photoshop
- Fotomontagen: Inhalte werden aus Bildern entfernt oder hinzugefügt.
- Bildausschnitte oder Blickwinkel werden bewusst irreführend gewählt.
- Der Kontext wird verändert: Reale Bilder werden einem anderen Ereignis zugeschrieben (häufig in sozialen Netzwerken).
- KI-generierte Bilder: Mit KI-Programmen können täuschend echt wirkende Bilder und Videos (sogenannte „Deepfakes“) erzeugt werden.
Links
Rhetorik.ch – Beispiele für Techniken der Bildmanipulation
Mimikama – aktuelle Warnungen vor Fake-Bildern und -Nachrichten
Quiz
Saferinternet.at – „Fight Fakes“ – Lernspiel zum Erkennen von Deepfakes
Unterrichtsmaterial: Wahr oder falsch im Internet?
TippDas Unterrichtsmaterial „Wahr oder falsch im Internet? Informationskompetenz in der digitalen Welt“ unterstützt Lehrende bei der Vermittlung dieser wichtigen Fähigkeiten im Unterricht.
Veröffentlichung: August 2025