Übung: „Das Horrorimage"
| Thema | Das eigene Image im Internet steuern |
| Broschüre | Wahr oder falsch im Internet? (Thema 15) |
| Alter | ab der 6. Schulstufe |
| Unterrichtsfächer | Bildnerische Erziehung, Deutsch, Sprachen, Digitale Grundbildung |
| Dauer | ab 1 UE |
Ziele
- Wissen, warum der Schutz der Privatsphäre wichtig ist
- Lernen, wie man unerwünschte Onlineinhalte über sich selbst vermeiden kann
Ablauf
Die Schüler:innen überlegen sich Horrorszenarien („Negativschlagzeilen“) zum Thema „Mein Image im Netz“.
Phase 1
Lesen Sie mit Ihren Schüler:innen die Tipps für das „Internet-Ich“ und verteilen Sie die Tipps auf die einzelnen Schüler:innen oder Gruppen.
Phase 2
Die Schüler:innen stellen sich vor, was passieren würde, wenn sie diese Tipps nicht befolgen und schildern ihr Worst-Case-Szenario in Form von Textsorten (z. B. Zeitungsbericht, Erzählung, Podcast) oder visuell (z. B. Collagen, Fotomontagen, Kurzvideos in Stop-Motion-Technik).
Phase 3
Die Schüler:innen tauschen ihre Ergebnisse untereinander aus und diskutieren die verschiedenen Szenarien. Welche Geschehnisse wären sonst noch möglich? Kann so etwas wirklich vorkommen? Wie kann man sich schützen?
Tipps für das „Internet-Ich“
- Privatsphäre bewusst machen: Du hast ein Recht auf Privatsphäre. Nimm es dir und achte auch bei anderen darauf!
- Kontrolle behalten: Nutze in sozialen Netzwerken die Privatsphäre-Einstellungen. Infos dazu findest du in den jeweiligen Hilfebereichen und hier: Social-Media-Ratgeber von Saferinternet.at
- Profile ausmisten: Mach auch online einen regelmäßigen „Frühjahrsputz“ und durchforste deine sozialen Netzwerke nach Inhalten, die dir peinlich werden könnten. Entferne veraltete Profile aus sozialen Netzwerken.
- Unangenehmes löschen: Google dich selbst und sorge dafür, dass alle Inhalte, die dir unangenehm sind, gelöscht werden. Solltest du es selbst nicht schaffen, hol dir Hilfe bei der Internet Ombudsstelle.
- Image steuern: Bau dir deinen guten Ruf im Internet selbst auf. Deine Hobbies, dein Wissen und deine Fähigkeiten brauchst du nicht zu verstecken. Andere Informationen haben online hingegen nichts zu suchen.
- Recht am eigenen Bild: Achte bei deinen Veröffentlichungen im Internet immer auch auf den Ruf anderer Personen. Frag bei der Veröffentlichung von Bildern nach, ob die abgebildete Person damit einverstanden ist. Veröffentliche prinzipiell keine peinlichen Bilder – weder von dir noch von anderen.
- Andere Perspektive einnehmen: Betrachte dein Profil zwischendurch durch die Augen fremder Personen (z. B. deiner zukünftigen Arbeitgeber:innen). Wie könntest du auf diese wirken? Möchtest du so wahrgenommen werden?
Hintergrundinformation: Das eigene Image im Internet steuern
Anderer Leute Informationen im Internet interpretieren und einordnen zu können, ist wichtig. Genauso wichtig ist es aber auch, eigene Informationen im Internet steuern zu können. Dazu gehört, zu wissen, welche Informationen über die eigene Person online auffindbar sind, wie welche Information auf andere wirkt und welches Image man verbreiten möchte.
Wie stellen sich Jugendliche im Internet dar?
Fotos sind besonders wichtig für die digitale Selbstdarstellung. Auf ihnen zeigen sich die Jugendlichen so, wie sie gerne von anderen gesehen werden möchten. Viele Jugendliche nutzen unterschiedliche Profilbilder in unterschiedlichen Netzwerken und investieren viel Zeit in deren Optimierung. Aber auch Profilbeschreibungen und dergleichen sind für die Selbstdarstellung im Internet wichtig.
Warum soll man die Privatsphäre im Internet schützen?
- Andere wollen sich online ein Bild über eine Person machen, um diese entsprechend einschätzen zu können, z. B. potenzielle Arbeitgeber:innen, Ausbildungsinstitutionen, Fremde aus dem Internet.
- Man könnte aufgrund der eigenen Aktivitäten in eine Schublade gesteckt werden, die einen falsch darstellt (z. B. „alle, die ‚Hello Kitty‘ mögen, sind dumm“).
- Man bekommt im Internet jene Inhalte angezeigt, von denen die Programme annehmen, dass sie für einen interessant sind. So entsteht ein eingeschränktes Wahrnehmungsfeld, ohne dass man sich dessen bewusst ist („Filterblase“).
Tipps
Nicht immer hat man die Kontrolle über die eigenen Daten, denn schließlich posten auch andere Personen Inhalte über einen. Es ist jedoch wichtig, zu wissen, welche Informationen über die eigene Person online auffindbar sind, um ggf. schnell einschreiten zu können:
- Eigenen Namen in Anführungszeichen („Vorname Nachname“) googeln oder einen Google Alert erstellen, um über bestimmte Inhalte automatisch informiert zu werden
- Auch die Bilder- und Videosuche berücksichtigen
- Autor:innen auffordern, unpassende Inhalte zu löschen
- Probleme beim jeweiligen sozialen Netzwerk melden
- Hilfe bei einer Beratungsstelle wie Rat auf Draht (online oder unter der Nummer 147) einholen
- Die Internet Ombudsstelle hilft kostenlos bei der Entfernung unerwünschter Inhalte im Internet.
- Saferinternet.at - Jugendlichenflyer zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken wie TikTok, Snapchat, Instagram & Co.
- Saferinternet.at-Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“
- Peerbox - Methoden für die Schulung von Jugendlichen durch Jugendliche (auch zum Schlagwort „Selbstdarstellung“)
- Rat auf Draht – „Stay safe – Schütze deine persönlichen Daten im Internet“
- Klicksafe – „Datenschutz und Privatsphäre“
Unterrichtsmaterial: Wahr oder falsch im Internet?
TippDas Unterrichtsmaterial „Wahr oder falsch im Internet? Informationskompetenz in der digitalen Welt“ unterstützt Lehrende bei der Vermittlung dieser wichtigen Fähigkeiten im Unterricht.
Veröffentlichung: August 2025