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Wie erkenne ich Werbung im Internet?

Weitere Infos zu: Informationskompetenz

Wir sind im Internet ständig von Werbung umgeben. In Sozialen Netzwerken, auf Websites, in Apps, in unseren E-Mails oder Suchergebnissen – nahezu überall präsentieren uns Unternehmen oder Influencer:innen angesagte Mode, Dienstleistungen, Spiele und andere Trends.

Durch die zahlreichen Erscheinungsformen fällt es gerade Kindern und Jugendlichen schwer, Werbung als solche zu erkennen. Mit etwas Übung und dem richtigen Blickwinkel entwickeln Kinder und Jugendliche aber ein besseres Bewusstsein für den Unterschied zwischen redaktionellen und werblichen Beiträgen.

Sammeln Sie Beispiele von Werbung und suchen Sie gemeinsam mit den Kindern nach Werbehinweisen. Einen guten thematischen Einstieg bieten die Quiz Soziale Netzwerke und Werbung im Netz.


Kennzeichen von Werbung

Egal, ob wir es mit Bannerwerbung, Influencer-Marketing, Produktplatzierung oder In-Game-Werbung zu tun haben: Werbung unterliegt einer Kennzeichnungspflicht, die dabei helfen soll, Werbung eindeutig als solche zu erkennen.

Wir zeigen Ihnen, anhand welcher Merkmale und Gestaltungsformen Sie Werbung erkennen können.

Signalwörter

Halten Sie bei einem Beitrag Ausschau nach Signalwörtern. Neben der eindeutigen Bezeichnung „Werbung“, gibt es unzählige Begriffe, die in der Praxis für die Kennzeichnung von Werbung verwendet werden oder zumindest Hinweise darstellen können.

Viele dieser Begriffe (z. B. Promo) sind rechtlich als Kennzeichnung nicht ausreichend, dennoch werden sie häufig von Influencer:innen genutzt.

In auditiven Medien wie Radio, Podcasts oder Hörbüchern werden werbliche Hinweise für gewöhnlich angesagt. Hören Sie genau hin und achten Sie auch hier auf die genannten Signalwörter.

Hashtags

In der Praxis verstecken sich die Hinweise auf Werbung häufig in den Hashtags: #ad, #werbung, #anzeige usw. 

Markierungen

Werbepartner:innen werden von Influencer:innen häufig direkt im Beitrag mit einem @ markiert.

Einblendungen

Werbung in Videos zu erkennen, ist besonders schwierig. YouTuber:innen, TikToker:innen oder Instagrammer:innen, die z. B. Videos zu ihrem Alltag, Kochvideos oder Unterhaltungsvideos hochladen, erwähnen nebenbei bestimmte Produkte oder Marken. Sehr oft werden Produkte gar nicht namentlich genannt, sondern beispielsweise auf einen Tisch gestellt oder im Hintergrund platziert. Ein typisches Beispiel ist Schmuck oder Kleidung. Die Person trägt es im Video, ohne es explizit zu benennen. Dabei handelt es sich um Produktplatzierung. Diese Form der Werbung ist besonders schwer zu identifizieren, da Hinweise nur kurz und in vielen Fällen kaum wahrnehmbar eingeblendet werden. Für Zuseher:innen ist dadurch nicht auf den ersten Blick erkennbar, wofür Influencer:innen in einem Beitrag Werbung machen. Erst die Verlinkungen, Hashtags und Nennungen von Unternehmen in der Infobox bringen Klarheit. 

Produktplatzierung ist zulässig, wenn in Videos, Filmen oder Serien keine direkte Kaufaufforderung erfolgt, das Produkt nicht im Mittelpunkt steht und explizit hervorgehoben wird. Trotzdem muss Produktplatzierung gekennzeichnet werden.

Diese Hinweise werden in der Regel klein, farblich unscheinbar, sehr kurz und möglichst versteckt gegeben. Wird der Text in YouTube-Videos unten eingeblendet, ist der Hinweis besonders schwer zu finden, da er von der Navigationsleiste überdeckt wird. Manchmal werden Werbekooperationen auch mündlich angekündigt.

Links

Verlinkungen können einen Hinweis darauf geben, dass es sich um einen Werbebeitrag handelt oder ein Beitrag Werbung beinhaltet. In Instagram-Stories werden Verlinkungen z. B. sehr prominent platziert. Hinweise, wie "Gesponsert" oder „Anzeige“ sind hingegen schwerer zu erblicken.

Links in Info-Boxen (bei YouTube-Videos oder auf Blogs) können ebenfalls darauf hinweisen, dass die Urheber:innen für die Nennung des Unternehmens bezahlt werden. Dabei handelt es sich um sogenannte Affiliate Links. Auch Affiliate Links müssen gekennzeichnet werden. In der Praxis erfolgt das sehr unterschiedlich. Sehr oft fehlen Hinweise vollkommen. Manchmal werden Sternchen nach dem Link gesetzt oder ein Hinweis (z. B. Anzeige) in der Klammer angeführt.


Fazit: Es gibt kaum Vorschriften für Kennzeichnungen

Es gibt kaum Vorschriften, welche Schrift, Größe oder Farbe Werbetreibende oder Influencer:innen für Werbehinweise verwenden müssen. Auch die Platzierung kann in der Regel frei gewählt werden. Influencer:innen heben Signalwörter meist nicht gesondert mit Fettungen oder anderen Schriftarten hervor. Bei vielen Beiträgen ist das Gegenteil der Fall: Der Hinweis wird so gestaltet, dass er nur schwer ersichtlich ist und sich kaum vom redaktionellen Inhalt abhebt.

Ausführliche Informationen zum Thema Influencer-Marketing finden Sie in der Studie "Kinder im Visier von Influencer-Marketing".