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Hass im Netz – wie kann ich mich wehren?

Lehrende Eltern Jugendliche Problematische Inhalte

Immer wieder wird medial darüber diskutiert, wie mit sexistischen, rassistischen oder anderen hasserfüllten Begegnungen im Internet umgegangen werden soll. Einfach runterschlucken oder doch wehren?

Wieso nicht einfach gegen Hasspostings wehren?

Die Verbreitung von Hassbotschaften im Netz wird immer mehr zum Thema – auch wenn diese herabwürdigenden Kommentare oft nicht öffentlich, sondern privat mittels Chat verbreitet werden. Die Autor/innen solcher Nachrichten wähnen sich in vermeintlicher Sicherheit und Anonymität und tatsächlich kommen viele damit durch. Der Grund: Oft fällt es Betroffenen schwer, ihre eigene Situation offen mitzuteilen. Entweder weil sie nicht wissen wie, aus Angst, nicht ernstgenommen zu werden oder wegen der ungewissen Konsequenzen.

Das Bedürfnis für andere einzustehen oder auch seine eigenen Rechte zu verteidigen wird jedoch immer deutlicher. Wir geben Ihnen Unterstützung, indem wir zeigen, wie sie als Einzelperson gegen Hass im Netz vorgehen können.

Was kann ich gegen Hasspostings tun?

Wird man Zeuge von Hasspostings oder ist sogar selbst davon betroffen, ist es zuerst einmal wichtig, tief durchzuatmen. Meistens handelt es sich dabei um sehr emotionale Inhalte, welchen einen auch selbst berühren. Nur wenn Sie sachlich bleiben, kann Hass auch als solcher aufgedeckt werden und es kann verhindert werden, dass dieser sich weiter verbreitet. Seien Sie allerdings vorsichtig mit Anschuldigungen, vor allem, wenn Sie nicht sicher sind, von wem das Posting tatsächlich stammt.

  • Zeigen Sie Hassrede auf! Benennen Sie in Ihrem eigenen Posting die Hassrede von anderen ("Das ist rassistisch/frauenfeindlich etc.").
  • Argumentieren Sie dagegen! Gegenrede („Counter Speech“) ist weniger dazu gedacht, die Hater selbst umzustimmen – sie kann aber helfen, unentschlossene Mitlesende zu erreichen. Damit überlassen Sie den Hassposter/innen nicht alleine das Feld!
  • Melden Sie die unangebrachten Beiträge oder Nutzer/innen! In Sozialen Netzwerken können Sie Hassposter/innen, hasserfüllte Inhalte oder Gruppen direkt an das jeweilige Netzwerk melden (Nutzen Sie hierfür unsere Schritt-für-Schritt-Anleitungen!) Informieren Sie auch im Fall von Websites oder Blogs die Seitenbetreiber/innen und fordern Sie diese zur Löschung auf. Kontaktieren Sie für Unterstützung den Internet Ombudsmann.
  • Sperren Sie unerwünschte Nutzer/innen. In den meisten Sozialen Netzwerken besteht auch die Möglichkeit, einzelne Nutzer/innen zu blockieren. Wie das geht, erfahren Sie in unseren Privatsphäre-Leitfäden.
  • Erstatten Sie Anzeige. Sind die Inhalte eines Hasspostings strafrechtlich relevant (mehr dazu folgt), können Sie dieses bei jeder Polizeidienststelle zur Anzeige bringen. Sammeln Sie dazu Beweise (z. B. Screenshots, E-Mails, Links, Fotos, Chatprotokolle, Ausdrucke etc.) und nehmen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit.

Saferinternet.at-Leitfaden

Aktiv gegen Hasspostings (pdf)

Wann ist ein Hassposting strafbar?

Für die betroffenen Personen oder Personengruppen können Hasspostings extrem belastend sein und weitreichende Folgen nach sich ziehen. Doch auch aus rechtlicher Sicht können Hasspostings problematisch sein. Besondes augenscheinlich ist das Problem bei Postings, die öffentlich gepostet werden und somit einem größeren Publikum zur Verfügung stehen. Hier kann z. B. der rechtliche Straftatbestand der Verhetzung (§ 283 StGB) gegeben sein.

Bei privaten Nachrichten ist die rechliche Lage nicht ganz so eindeutig. Wichtig ist es hier ebenfalls die Beweise zu sichern, indem Sie Screenshots anfertigen oder den Bildschirm abfotografieren.  Unter bestimmten Vorraussetzungen können auch hier verschiedene Straftatbestände gegeben sein. Ist die betroffene Person über einen längeren Zeitraum hinweg mit anhaltenden Beleidungen, Bedrohungen, Bloßstellungen, Belästigungen oder Ausgrenzungen anderer über digitale Medien konfrontiert, so handelt es sich bereits um Cyber-Mobbing (§ 107c StGB).

Mehr dazu in unseren FAQs: Cyber-Mobbing – was ist das? Und: Was sagt das Gesetz zu Cyber-Mobbing?

Tipps für Kinder und Jugendliche

Wie kann ich mich gegen Cyber-Mobbing wehren?

Weitere Straftatbestände, die durch hetzerische Postings oder Beschimpfungen im Internet erfüllt sein können

Nicht jede hasserfüllte oder rassistische Äußerung im Netz ist strafbar. Lassen Sie diese dennoch nicht auf sich sitzen – umso ruhiger und gefasster Sie kontern, desto eher dringen Sie bei Ihrem Gegenüber durch. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie sich nicht selbst schuldig machen.

Suchen Sie sich Unterstützung!

Nehmen Sie Belästigungen nicht einfach hin, sondern lassen Sie sich helfen! Auch wenn keiner der oben genannten juristischen Straftatbestände gegeben ist, können ihnen spezielle Meldestellen- und Beratungsstellen helfen. Wichtig ist: Sie sind nicht alleine!