Urheberrechte

Urheberrechte

Nur weil Fotos, Videos, Texte etc. frei im Internet abrufbar sind, heißt das noch lange nicht, dass man diese beliebig verwenden kann. Immer mehr Internetnutzer/innen sehen sich deshalb mit anwaltlichen Abmahnungen aufgrund der Verletzung von Urheberrechten konfrontiert. Vielen Internetnutzer/innen ist nicht bewusst, wann Urheberrechte verletzt werden und welche Folgen dies haben kann.

Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten & Tipps zum Urheberrecht im Internet: wem gehört was, was ist verboten, was ist erlaubt und – falls bereits Rechte von Dritten verletzt wurden – wie reagiert man auf eine Abmahnung? Die 10 Tipps zum Urheberrecht im Internet geben Ihnen einen schnellen Überblick.

FAQ - Häufige Fragen und Antworten

Was schützt das Urheberrecht?

Das Urheberrecht schützt die Urheberschaft an einem künstlerischen Werk. Der Begriff „Kunstwerk“ ist dabei weit gefasst, auf Qualität oder Ästhetik kommt es nicht an – geschützt sind Werke der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Kunst und der Filmkunst, die ein Mindestmaß an Individualität und Originalität (d.h. Unterscheidbarkeit von anderen) aufweisen. Schutzgegenstand ist aber nicht die körperliche Sache, sondern die geistige Schöpfung, die dieser zugrundeliegt („geistiges Eigentum“) – z.B. die Komposition eines Musikstücks, nicht aber die angreifbare CD. Trotzdem muss ein Werk immer auch sinnlich wahrnehmbar sein, bloße Ideen sind nicht geschützt.

Der Schöpfer eines Werks wird als sein Urheber bezeichnet. Gesetzliche Grundlage ist das Urheberrechtsgesetz. Es gewährt dem Urheber die Möglichkeit, selbst über die Verwendung des von ihm geschaffenen Werkes zu entscheiden. Er hat das Recht zu bestimmen, ob und wieweit sein Werk etwa vervielfältigt, veröffentlicht oder bearbeitet wird. Diese sog. „Verwertungsrechte“ kann der Urheber auch einer anderen Person einräumen – so werden Musiker/innen z.B. oft durch ihre Plattenfirmen vertreten.

Beispiele für urheberrechtlich geschützte Werke:

  • Werke der Literatur: Romane, Erzählungen, Gedichte, wissenschaftliche Arbeiten, Zeitungsartikel, Blogs, Website-Texte, aber auch Computerprogramme etc.
  • Werke der Tonkunst: Opern, Operetten, Musicals, Klaviersonaten, Pop-Songs, Schlager, Werbejingles, Hörspiele, Radiosendungen etc.
  • Werke der bildenden Kunst: Architektur, Gemälde, Fotos, Logos, Computergrafiken, Website-Layouts, Landkarten etc.
  • Werke der Filmkunst: Kinofilme, TV-Serien, Werbespots bis hin zu Privatvideos etc.

Achtung: Bereits mit der Schaffung ist ein Werk durch das Urheberrecht geschützt. Eine spezielle Registrierung, Copyright-Vermerk o.ä. ist nicht notwendig!

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Wann werden Urheberrechte verletzt?

Jede Zurverfügungstellung (Abrufbarmachung) von urheberrechtlich geschützten Werken im Internet, die ohne Zustimmung des Urhebers bzw. Rechteinhabers erfolgt, ist eine Urheberrechtsverletzung. Darunter fallen etwa das Hochladen auf frei zugänglichen Websites, das Anbieten in Tauschbörsen, die Verwendung bei einem Verkaufsinserat, das Hochladen in Sozialen Netzwerken wie Facebook etc.

Dabei ist es egal, ob die Veröffentlichung privaten oder kommerziellen Zwecken dient. Unerheblich ist auch, wie viele Personen tatsächlich auf das Foto, Video etc. im Internet zugegriffen haben bzw. ob es überhaupt jemand angesehen hat. Zulässig ist lediglich die Zurverfügungstellung im privaten Rahmen, wie beispielsweise in einer nicht-öffentlichen (geschlossenen) Facebook-Gruppe. Dies jedoch nur dann, wenn damit rein private und nicht etwa kommerzielle Zwecke verfolgt werden. Wann eine „Öffentlichkeit“ vorliegt, lässt sich nicht allgemein festlegen – meist ist die Rechtsprechung hier jedoch sehr streng. Im Kreis der Familie oder unter (tatsächlichen) Freund/innen wird jedoch grundsätzlich von einem nicht-öffentlichen Rahmen auszugehen sein.

Die wichtigste Regel:
Nur weil z.B. ein Foto frei im Internet abrufbar ist, heißt das noch lange nicht, dass man dieses beliebig verwenden kann. Will man ein Foto, Video oder ein anderes Werk, das man nicht selbst hergestellt hat, ins Internet stellen, muss immer die Zustimmung des Rechteinhabers eingeholt werden (am besten schriftlich).


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Welche Ansprüche hat der Urheber/Rechteinhaber bei Urheberrechtsverletzungen?

Wurde ein Foto ohne Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers ins Internet gestellt, besteht u.a. Anspruch auf angemessenes Entgelt. Darüber hinaus kann er Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche gegen den Verletzer geltend machen. Wird zur Durchsetzung der genannten Ansprüche ein Rechtsanwalt beigezogen, so sind grundsätzlich auch Anwaltskosten zu ersetzen.

Welche Ansprüche der Rechteinhaber gegen den Verletzer hat, hängt jedoch davon ab, welches nationale Urheberrecht Anwendung findet. Nur weil der Verletzer österreichischer Staatsbürger ist oder seinen Wohnsitz in Österreich hat, bedeutet dies nicht unbedingt, dass auch österreichisches Urheberrecht anzuwenden ist. Dies hängt von mehreren Faktoren ab und kann im Einzelfall schwer zu beurteilen sein. In erster Linie ist entscheidend, in welchem Land die Verletzung begangen wurde.

Beispiel:
Wird ein Foto eines deutschen Rechteinhabers in Österreich auf eine Website hochgeladen, die sich auch an deutsches Publikum richtet, wäre die Anwendung deutschen Urheberrechts zulässig, da die Verletzungshandlung (auch) in Deutschland erfolgte.

Ausführliche Infos zu den Rechtsansprüchen können Sie in den Infoblättern des Internet Ombudsmanns nachlesen: „Meine Fotos im Internet – Häufig gestellte Fragen“ (pdf, 493 KB) und „Infos und Tipps zu Abmahnungen“ (pdf, 198 KB)

Darf ich eine Privatkopie von Werken anfertigen?

Eine Kopie ist zulässig, wenn sie zum rein privaten Gebrauch angefertigt wird (d.h. es werden keine wirtschaftlichen Interessen verfolgt). Dieser Gebrauch schließt auch z.B. im selben Haushalt lebende Personen oder enge Freund/innen ein. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die Kopie auf einer CD/DVD aufgezeichnet oder als File abgespeichert wird. Auch die Musikspur von YouTube-Videos darf zum Privatgebrauch heruntergeladen werden, sofern das Video rechtmäßig online gestellt wurde.Kopien zum Zweck des Verkaufs sind jedoch verboten! Nicht erlaubt ist es auch, andere Personen im Internet auf kopierte Dateien zugreifen zu lassen (z.B. über Tauschbörsen).

Folgende Ausnahmen sind zu beachten:

  • Die Herstellung von Kopien von Werken aus illegalen Quellen (z.B. Raubkopien, illegal in Tauschbörsen angebotene Musik oder Filme) ist nicht für den privaten Gebrauch zulässig.
  • Ein Kopierschutz darf grundsätzlich nie umgangen werden.
  • Für Computerprogramme gelten andere Bestimmungen. Von ihnen dürfen z.B. keine Privatkopien (ausgenommen Sicherheitskopien) erstellt werden.

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Hilfe, ich habe eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen erhalten!

Wurde eine Urheberrechtsverletzung begangen, können der Urheber bzw. der Rechteinhaber den Verletzer abmahnen. Eine Abmahnung kommt in der Regel von einem Rechtsanwalt, es gibt jedoch auch Abmahnungen, die direkt vom Rechteinhaber verfasst werden („private Abmahnung“). Die Abmahnung wird grundsätzlich per Post verschickt, in manchen Fällen jedoch auch bereits zuvor per E-Mail.

In der Abmahnung wird der Verletzer aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Frist die konkrete Rechtsverletzung zu unterbinden (also z.B. ein Foto zu löschen), eine Unterlassungserklärung abzugeben, Schadenersatz zu zahlen sowie die Anwaltskosten zu übernehmen.

Was tun?

Abmahnungen sollten keinesfalls ignoriert werden, da sonst ein sehr teures Gerichtsverfahren droht! Da die Schadenersatzforderungen aber oft überhöht sind und die Unterlassungserklärung häufig unnötig zum Nachteil des Rechteverletzers ausformuliert ist, empfiehlt es sich immer, einen Anwalt oder eine Konsumentenschutzeinrichtung (z.B. den Internet Ombudsmann) zu kontaktieren. In Extremfällen kann eine Urheberrechtsverletzung mehrere tausend Euro kosten.

Sonderfall: Gefälschte Abmahnungen
Immer wieder kommt es vor, dass Betrüger sich als Rechtsanwälte ausgeben und Abmahnungen wegen der vermeintlichen Verletzung von Urheberrechten per E-Mail an unzählige Personen verschicken. Oft sind die Abmahnungen täuschend echt gestaltet. Lesen Sie hier, wie Sie echte von gefälschten Abmahnungen unterscheiden.


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Inhalte im bzw. aus dem Internet veröffentlichen

Was muss ich bei der Gestaltung einer Website / eines Blogs beachten?

Bei der Gestaltung einer Website / eines Blogs ist darauf zu achten, dass Urheberrechte Dritter an Fotos, Videos, Musik, Texten, Computerprogrammen oder auch Landkarten (Anfahrtsplan) nicht verletzt werden. Ohne Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers dürfen solche Inhalte nicht auf die Website / das Blog geladen werden. Das gilt auch, wenn die Website / das Blog nur für Freunde und Bekannte gedacht ist – vergessen Sie nicht: eine frei zugängliche Internetseite kann grundsätzlich von jedem Internetnutzer weltweit aufgerufen werden.

Da Urheberrechte auch bei nicht vorsätzlichem Handeln verletzt werden, liegt eine Rechtsverletzung auch dann vor, wenn man nicht wusste, dass z.B. ein Foto nicht verwendet werden darf oder wer die Rechte daran besitzt. Auch besteht der urheberrechtliche Schutz kraft Gesetzes – d.h. ein Werk braucht keinen extra Copyright-Hinweis o.ä., damit es geschützt ist.

Tipp: Für private bzw. nicht-kommerzielle Websites können Sie Bilder benutzen, die unter einer „Creative Commons“-Lizenz (CC, creativecommons.org) stehen. In der Regel ist die Nutzung kostenlos, wenn der/die Urheber/in sichtbar genannt wird. Der genaue Umfang der Verwendung (z.B. ob Werke auch verändert werden dürfen) hängt von der jeweiligen Lizenz ab. CC-lizenzierte Musik finden Sie z.B. unter www.jamendo.com oder www.freemusicarchive.org.


Wollen Sie ein bestimmtes Musikstück unbedingt verwenden, können Sie sich zum Erwerb der nötigen Rechte an die AKM (Gesellschaft der Autoren, Komponisten, Musikverleger) wenden. Diese sorgt für die Wahrnehmung von Urheberrechten im Bereich der öffentlichen Zurverfügungstellung, Aufführung und Sendung von Musik. Dies tut sie einerseits durch Gewährung von Lizenzen, anderseits aber auch durch Kontrollen und Klagen bei Verstößen. Achtung z.B. bei Videos von Veranstaltungen, wie etwa Vereinsfesten, wenn im Hintergrund Musik zu hören ist!

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Darf ich fremde Fotos oder Videos aus dem Netz in Facebook, YouTube etc. stellen?

Nur weil Fotos, Videos, Musikstücke etc. frei im Internet abrufbar sind, heißt das noch lange nicht, dass man dieses beliebig verwenden kann. Die „leichte“ Verwendung im Internet darf nicht gleichzeitig als „freie“ Verwendung missinterpretiert werden.

Jede Zurverfügungstellung (Abrufbarmachung) von urheberrechtlich geschützten Werken im Internet, die ohne Zustimmung des Urhebers bzw. Rechteinhabers erfolgt, ist eine Urheberechtsverletzung. Darunter fallen etwa das Hochladen auf frei zugänglichen Websites, das Anbieten in Tauschbörsen, die Verwendung bei einem Verkaufsinserat, das Hochladen in Sozialen Netzwerken wie Facebook etc.

Beispiel:
Michaela erhält auf Facebook eine Nachricht eines Freundes mit folgender Aufforderung: „Ersetze dein Profilbild durch einen Comic-Helden/Heldin aus deiner Kindheit. Lass uns alle für eine Woche in Kindheitserinnerungen schwelgen und lade auch deine Freunde dazu ein.“ Michaela macht sich im Internet gleich auf die Suche nach einem passenden Bild von Captain Future und lädt ihren Fund als neues Profilbild in Facebook hoch – das war ja einfach. Nur leider hat Michaela damit eine Urheberrechtsverletzung begangen, die ihr teuer zu stehen kommen könnte …


Will man also ein Foto, Video etc., das man nicht selbst hergestellt hat, ins Internet stellen, muss immer die Zustimmung des Rechteinhabers eingeholt werden
(am besten schriftlich). Art und Qualität der Bilder sind dabei egal – Profi-Fotos sind genauso urheberrechtlich geschützt wie verwackelte Handy-Schnappschüsse. Auch die Wahl des Motivs spielt keine Rolle: Auch Fotos vom leeren Palmenstrand oder von einer Häuserreihe sind geschützt. Am Rechtsbruch ändert es auch nichts, wenn Bilder mit einem Copyright-Vermerk (©) versehen werden.

Unerheblich ist, ob die Veröffentlichung privaten oder kommerziellen Zwecken dient. Ebenso, wie viele Personen tatsächlich auf das Foto, Video etc. im Internet zugegriffen haben bzw. ob es überhaupt jemand angesehen hat. Zulässig ist lediglich die Zurverfügungstellung im privaten Rahmen, wie beispielsweise in einer nicht-öffentlichen (geschlossenen) Facebook-Gruppe. Dies jedoch nur dann, wenn damit rein private und nicht etwa kommerzielle Zwecke verfolgt werden. Wann eine „Öffentlichkeit“ vorliegt, lässt sich nicht allgemein festlegen – meist ist die Rechtsprechung hier jedoch sehr streng. Im Kreis der Familie oder unter (tatsächlichen) Freund/innen wird jedoch grundsätzlich von einem nicht-öffentlichen Rahmen auszugehen sein.

Achtung: Es häufen sich die Fälle, in denen Facebook-Nutzer/innen auch für das Verwenden von Vorschaubildern und -texten bei Links abgemahnt werden. Genau genommen werden auch damit Urheberrechtsverletzungen begangen. Auf Nummer sicher geht man, indem bei Links die Option „Kein Miniaturbild“ ausgewählt oder das Link-Kästchen überhaupt ganz weggeklickt wird. Deutlich reduziert sei die Abmahn-Gefahr laut Expertenmeinung, wenn auf einer Website explizit zum Teilen der Inhalte aufgefordert wird (z.B. durch einen „Share-Button“).

Eine Alternative für das Verwenden fremder Bilder, Videos, Musik etc. stellen „Creative Commons“-Inhalte dar. Siehe auch: Was sind „Creative Commons“-Inhalte und wie darf ich sie nutzen?

Achtung: Bei Videos von Veranstaltungen, wie etwa Vereinsfesten, ist unbedingt darauf zu achten, ob auf diesen Musik zu hören ist. Ist das der Fall, muss dies vor der Veröffentlichung im Internet mit den Rechteinhabern (AKM) abgeklärt werden.

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Darf ich legal erworbene Filme, Musik etc. im Internet zum Download anbieten?

Nein. Egal, ob Filme, Musik, Bücher, Computerspiele usw. – auch wenn diese legal gekauft oder für den privaten Gebrauch kopiert wurden, dürfen sie nicht ohne Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers im Internet (z.B. über Tauschbörsen) an Dritte weitergegeben werden. Das würde das Zurverfügungsstellungsrecht bzw. das Veröffentlichungsrecht verletzen, die beim Kauf einer CD/DVD oder beim Kauf eines Buches nicht miterworben werden.

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Wem „gehören“ Fotos – dem Abgebildeten oder dem Fotografen?

Ist ein Foto als Werk der Kunst anzusehen, ist es als „Lichtbildwerk“ durch das Urheberrecht geschützt. Aber auch einfache, nicht künstlerisch gestaltete Fotos (z.B. Passfotos) unterliegen dem „Leistungsschutzrecht des Lichtbildherstellers“.

Grundsätzlich ist der Urheber eines Fotos immer der Fotograf. Der Fotograf kann aber natürlich jedem Dritten Werknutzungsrechte einräumen. Bei gewerbsmäßig hergestellten Lichtbildern ist der Rechteinhaber in der Regel das Unternehmen.

Wurde ein Fotograf für Aufnahmen beauftragt und bezahlt, dürfen die Bilder vom Auftraggeber mangels anderer Vereinbarungen im „üblichen“ Rahmen weiterverwendet werden.

Vom Urheber- und Leistungsschutzrecht von Fotos ist das Recht am eigenen Bild des am Foto Abgebildeten zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein Persönlichkeitsrecht, das vom Urheberrecht unabhängig ist.

Was ist das „Recht am eigenen Bild“?

Es gibt im österreichischen Urheberrechtsgesetz das Recht am eigenen Bild. Fotos und/oder deren Begleittext, die die „berechtigten Interessen“ der Personen auf dem Bild verletzen, dürfen nicht veröffentlicht werden. Aufnahmen an öffentlichen Plätzen sind üblicherweise unbedenklich. Wenn aber die Situation für die Abgebildeten nachteilig ist (z.B. Oben-ohne-Foto am Strand), ist die Abbildung in jedem Fall schützenswert.

Im privaten Bereich sind Interessen noch viel früher beeinträchtigt, dies gilt auch für private geschlossene Veranstaltungen (z.B. Partys bei Freunden). Veröffentlichte Fotos dürfen die Abgebildeten nicht „bloßstellen“ oder „herabsetzen“. Es reicht allerdings nicht, wenn sich der/die Abgebildete auf einem Foto einfach nur hässlich findet – eine Bloßstellung muss objektiv nachvollziehbar sein (z.B. heruntergelassene Hose im Vollrausch) und die abgebildete Person muss erkennbar sein (z.B. ein Foto vom Hinterkopf reicht in der Regel nicht aus).

Tipp: Die abgebildete Person vor einer Veröffentlichung um Erlaubnis fragen!

Lehrende können z.B. am Schuljahresbeginn eine allgemeine Zustimmung der Schüler/innen und der Eltern einholen, dass Fotos im Zuge des Unterrichts oder von Schulveranstaltungen z.B. auf der Schulwebsite veröffentlicht werden dürfen.

Die Erteilung einer Zustimmung kann allerdings auch stillschweigend erfolgen. Lässt sich jemand z.B. bei einer Veranstaltung bewusst fotografieren, so erteilt er damit stillschweigend die Zustimmung, dass die Fotos im üblichen Rahmen verwendet werden dürfen und z.B. auf der Website des Veranstalters zu sehen sind.

Das „Recht am eigenen Bild“ dient dem Schutz des/der Abgebildeten vor ungewollter Veröffentlichung des eigenen Bildes. Das Fotografieren an sich ist davon aber nicht betroffen.

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Was sind „Creative Commons“-Inhalte und wie darf ich sie nutzen?

Die eigenen Werke – seien es Texte, Bilder oder Musik, können auch unter einer sog. „Creative Commons-Lizenz“ (creativecommons.org) veröffentlicht werden. Damit geben Urheber/innen anderen Menschen die Möglichkeit, die eigenen Werke unter bestimmten Bedingungen weiterzuverwenden, ohne ausdrücklich um Erlaubnis fragen zu müssen. Die private bzw. nicht-kommerzielle Nutzung ist in der Regel kostenlos, wenn der/die Urheber/in sichtbar genannt wird. Der genaue Umfang der Verwendung (z.B. ob Werke auch verändert werden dürfen) hängt von der jeweiligen Lizenz ab – die Bedingungen, unter denen die Werke verwendet werden dürfen, sollten Sie daher immer genau lesen und einhalten.

CC-lizenzierte Inhalte finden:

Achtung: Auch die Nutzung von CC-Inhalten schützt leider nicht immer vor einer Urheberrechtsverletzung! Denn oft kann nicht festgestellt werden, ob die Person, die Fotos, Musik etc. unter einer freien Lizenz ins Internet stellt, tatsächlich der Urheber/Rechteinhaber ist. Vorsicht ist daher z.B. bei sehr professionell wirkenden Inhalten, z.B. Fotos von Prominenten, geboten.

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Darf ich Fotos, Videos, Texte etc. aus dem Internet im Unterricht verwenden?

Das Urheberrecht gilt auch bei der Erstellung von Unterlagen für den Unterricht. Wenn Sie als Lehrende/r fremde Inhalte übernehmen wollen, müssen Sie daher folgendes beachten:

  • Fremde Inhalte dürfen nur veröffentlicht werden (dazu zählt streng genommen auch die Verbreitung im Klassenzimmer), wenn Sie dafür die Erlaubnis des Urhebers bzw. Rechteinhabers haben oder diese unter einer „Creative Commons“-Lizenz stehen. Siehe auch: Was sind „Creative Commons“-Inhalte und wie darf ich sie nutzen?

  • Eine Ausnahme ist die „Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch“. In diesem Fall dürfen auch vollständige Werke (z.B. ein ganzer Zeitschriftenartikel) im Rahmen des Unterrichts im Internet bereit gestellt werden, wenn …
  • der Zugang nur für Mitglieder einer einzelnen Lerngruppe (z.B. eine Klasse) besteht,
  • die Inhalte nur über einen festgelegten Zeitraum (z.B. ein Schuljahr) angeboten werden,
  • vollständige Quellenangaben gemacht werden und
  • es sich um keine Inhalte aus Schulbüchern handelt.
  • Einzelne Stellen eines veröffentlichen Sprachwerks dürfen in eigene Werke übernommen werden (Zitate), wenn sie entsprechend gekennzeichnet und mit einer Quellenangabe versehen werden. Siehe auch: Was ist beim Zitieren zu beachten? Lehrer/innen sind hier ein wichtiges Vorbild für ihre Schüler/innen! Umso wichtiger sind korrekte Quellenangaben auf jedem Arbeitsblatt, dem Wochenplan etc.

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Was ist beim Zitieren zu beachten?

Als wichtige freie Werknutzung sieht das Urheberrecht das Zitatrecht vor. Erlaubt ist das Anführen einzelner Stellen eines veröffentlichten Sprachwerks (kleines Zitat) oder für das wissenschaftliche Arbeiten auch das Zitieren umfangreicherer Stellen (großes Zitat). Zitate bedürfen grundsätzlich einer Quellenangabe, denn nur dann handelt es sich überhaupt um ein Zitat und nicht um ein unzulässiges Plagiat. Achtung: Ein reines Aneinanderreihen von Zitaten ist nicht erlaubt.

Eine exakte Quellenangabe enthält folgende Informationen:

  • Name des Autors/der Autorin bzw. der Institution
  • Titel des Werks
  • Erscheinungsjahr
  • Fundstelle (Seitenangabe in einem Buch, Zeitungsausgabe, vollständige Internetadresse mit Datum des letzten Aufrufs …) 
Beispiel:
Muster, Max (2010): So zitiert man richtig. In: Magazin für Wissenschaft, Nr. 03/08, S. 12-17. Online im Internet: www.musteradresse.at/magazin/so-zitiert-man-richtig [1.6.2012].

 
Wichtig:
In Österreich gibt es kein „Filmzitatrecht“, wohl aber die Möglichkeit des Bildzitats. D.h. es dürfen keine Szenenausschnitte aus Filmen als Zitat gebraucht werden; das Verwenden von Bildern ist jedoch u.U. möglich, vor allem, wenn dies für die Verständlichkeit eines Textes erforderlich ist (z.B. eine statistische Grafik in einer wissenschaftlichen Arbeit).

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Inhalte aus dem Internet herunterladen

Darf ich Musik und Filme aus dem Internet downloaden?

Besonders Kinder und Jugendliche laden Musik und Filme oft von Online-Tauschbörsen (oder auch „Filesharing-Plattformen“ genannt) herunter. Die dortige Bereitstellung der Dateien ("Upload") verletzt aber bereits das Urheberrecht und ist daher verboten. Achtung: Bei vielen Tauschbörsen werden heruntergeladene Dateien automatisch für andere Nutzer/innen zum Download bereitgestellt – damit wird man ebenfalls zum Uploader.

Der reine Download von illegal angebotener Musik oder Filmen aus dem Internet (also ohne das Werk selbst wieder anzubieten) ist ebenfalls unzulässig. Der Download ist nur dann nicht rechtswidrig, wenn dieser von einem dazu Berechtigten angeboten wird und damit die Quelle rechtsmäßig ist. Das kommt allerdings bei den gängigen Tauschbörsen fast nie vor.

Es gibt aber mittlerweile viele Websites, auf denen Sie gegen Bezahlung legal Musik-Dateien downloaden können. Siehe auch: Woher kann ich legal Musik aus dem Internet bekommen?

Privatkopien, z.B. von CDs, für den persönlichen Gebrauch sind übrigens erlaubt. Siehe auch: Darf ich eine Privatkopie von Werken anfertigen?

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Warum ist die Nutzung von Tauschbörsen problematisch?

Das Problem von Tauschbörsen ("Peer-to-peer-Netzwerken") ist, dass es bei ihrer Verwendung oft zu Urheberrechtsverletzungen kommt. Das Urheberrecht besagt, dass die Urheber/innen das alleinige Recht, ihr Werk öffentlich zugänglich zu machen, zu vervielfältigen, zu verbreiten, zu senden, zu verleihen und aufzuführen, haben. Bei Tauschbörsen und Websites sind vor allem zwei Rechte berührt: Einerseits wird das Werk anderen öffentlich zugänglich gemacht, andererseits durch die Abspeicherung von Kopien vervielfältigt.

Upload verboten

Das Anbieten von Musik oder Videos in Tauschbörsen ohne die Zustimmung des Urhebers ist nicht erlaubt.

Dabei ist zu beachten, dass Tauschbörsen-Programme meistens so eingestellt sind, dass Ordner, in denen die heruntergeladenen Dateien abgespeichert werden, gleichzeitig auch zum Upload freigegeben sind. Die Programme kann man in den meisten Fällen zwar so einstellen, dass die Uploads verhindert werden, bei den Downloads wird man dann allerdings „benachteiligt“. 

Download ebenfalls unzulässig

Der reine Download von illegal bereitgestellter Musik oder Filmen aus dem Internet (also ohne das Musikstück selbst wieder anzubieten) ist ebenfalls unzulässig. Zulässig ist das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken jedoch dann, wenn die Quelle rechtmäßig ist.

Streaming

Ob das Streamen von Filmen oder Musik eine legale Quelle erfordert, ist nach unserer Einschätzung eher zu bejahen, allerdings nicht restlos geklärt.

Siehe auch: Video-Streams im Internet – was ist verboten?

Weiterführende Links:

Video-Streams im Internet – was ist verboten?

Unter „Streaming“ versteht man die Übertragung von Audio- oder Videodateien im Internet, wobei die übertragenen Daten auf dem Computer (oder Handy) des Nutzers nicht dauerhaft abgespeichert, sondern nur kurzfristig zwischengespeichert werden.

Streaming-Angebote befinden sich in einer rechtlichen Grauzone, sprich: es ist nicht endgültig geklärt, was legal und was illegal ist. Unserer Ansicht nach erfordert auch das Streamen von Musik oder Filmen eine legale Quelle.  Problematisch sind jedenfalls solche Angebote, die Dateien ohne Zustimmung des Urhebers bzw. Rechteinhabers anbieten, wie z.B. bei kinox.to, movie2k.com. Auch auf YouTube ist illegal bereitgestelltes Material nicht auszuschließen – auch wenn sich die Seitenbetreiber bemühen, unrechtmäßig hochgeladene Videos zeitnah zu löschen. Für manche offizielle Musikvideos, Kinotrailer etc. bestehen Vereinbarungen mit den Verwertungsgesellschaften; der Username oder die Einbindung in einen offiziellen Videochannel können Hinweise auf die Seriosität eines Angebots liefern.

Generell gilt: Sollten Sie bei einer Streaming-Website (z.B. viele Werbebanner, reißerische Texte, viele Klicks bis zum Streaming-File, schlechte Qualität der Filme etc.) oder einem speziellen YouTube-Video Zweifel haben, besser: Hände weg!

Auch durch das bloße Ansehen eines Videos können Sie sich unter Umständen haftbar machen, im Falle eines Uploads oder Downloads sowieso. Das Umgehen von technischen Beschränkungen, um ein Video anzusehen oder herunterzuladen (z.B. Nutzung eines speziellen Proxyservers um Ländersperren zu umgehen), ist nicht erlaubt. Siehe auch: Darf ich Musik und Filme aus dem Internet downloaden?

Legale Alternativen nutzen

Unbedenklich nutzen können Sie offizielle Mediatheken, z.B. auf der Website eines Fernsehsenders. Beliebte Angebote: tvthek.orf.at, ardmediathek.dezdf.de/ZDFmediathekwww.sat1.at/video oder rtlnow.de.

Manche Online-Video-Portale bieten weniger bekannte Serien und Filme legal und kostenlos an, z.B. viewster.com oder netzkino.de.

Gegen eine geringe Gebühr können auch aktuelle Filme online völlig legal angesehen werden, z.B. bei Anbietern wie Maxdome, Netflix, Amazon oder iTunes.

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Woher kann ich legal Musik aus dem Internet bekommen?

Kostenpflichtiger Download von Musik:

Kostenpflichtiges Streaming von Musik:

Kostenfreie bzw. CC-lizenzierte Musik:

Siehe auch: Was sind „Creative Commons“-Inhalte und wie kann ich sie nutzen?

Achtung: Die Nutzung von Online-Tauschbörsen ist nicht zu empfehlen. Das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken ist nur dann zulässig, wenn die Quelle rechtmäßig ist – und das ist bei Tauschbörsen fast nie der Fall! Siehe auch: Warum ist die Nutzung von Tauschbörsen problematisch? Auch das Herunterladen von YouTube-Videos ist nur dann erlaubt, wenn diese rechtmäßig hochgeladen wurden – in der Praxis ist das nicht immer eindeutig zu erkennen.

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