Inhalt (Accesskey 0) Hauptnavigation (Accesskey 1)

Vorsicht vor #exposeme-Accounts auf Instagram

Lehrende Eltern Jugendarbeit Cyber-Mobbing Problematische Inhalte

Auf #exposeme-Accounts werden private oder intime Aufnahmen anderer Personen ohne deren Zustimmung veröffentlicht. Wir zeigen Ihnen, was Sie dagegen unternehmen können.

Was sind #exposeme-Accounts?

Die Ersteller:innen solcher Accounts veröffentlichen unter dem Hashtag #exposeme private oder intime Fotos und Videos von anderen Personen auf Instagram – und zwar ohne deren Einverständnis. Das kann nicht nur ernsthafte psychische Folgen für die Betroffenen haben, sondern ist auch illegal. Denn solche bloßstellenden Accounts verletzen sowohl die Richtlinien von Instagram, als auch Persönlichkeitsrechte wie das das Recht am eigenen Bild und können den Straftatbestand von Cyber-Mobbing erfüllen.

Warum werden solche Accounts erstellt?

Hinter #exposeme-Accounts steht oft die Absicht, andere mittels Cyber-Mobbing bloßzustellen und fertigzumachen. Es kann aber auch um Geld gehen – etwa, wenn die Accountbetreiber:innen die intimen Fotos oder Videos anderen Nutzer:innen gegen eine Gebühr zugänglich machen oder ihre Opfer erpressen, indem sie ihnen mit der Verbreitung weiterer Aufnahmen drohen. Wenn privates Bildmaterial von besonders attraktiven oder berühmten Personen veröffentlicht wird, kann das Ziel auch sein, viele Follower:innen oder Likes zu bekommen.

Leider sind aktuell insbesondere Kinder und Jugendliche von #exposeme-Accounts betroffen. Melden Sie solche Konten daher umgehend!

Was kann ich gegen #exposeme-Accounts tun?

Wenn Sie auf Instagram einen #exposeme-Account entdecken, der Sie selbst oder jemanden, den Sie kennen, bloßstellt, sollten Sie folgendes tun:

  • Beweise sichern. Dokumentieren Sie die Bloßstellung möglichst vollständig und speichern Sie die Beweise am besten digital (z. B. auf einem USB-Stick). Achten Sie darauf, dass auf den Screenshots oder anderen Beweismaterialen das Datum ersichtlich ist. Aber Vorsicht bei Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen: Hier dürfen Sie keine Screenshots oder Kopien anfertigen, sonst machen Sie sich wegen deren Besitz strafbar. Sichern Sie stattdessen Metadaten: Wo wurde das Bild veröffentlicht? Wann wurde es veröffentlicht? Wer ist darauf zu sehen?
  • Account melden. Melden Sie das Konto auf Instagram – und zwar als rechtwidrig: Denn dann ist Instagram aufgrund des Kommunikationsplattformen-Gesetzes (KoPl-G) dazu verpflichtet, den Account rasch zu überprüfen und gegebenenfalls zu löschen.
  • Account blockieren. Wenn Sie das Instagram-Konto blockieren, kann dessen Inhaber:in das Profil, die Beiträge und Storys von Ihnen bzw. der betroffenen Person nicht mehr sehen und auch keinen Kontakt mehr aufnehmen.
  • Passwort ändern. Ändern Sie das Passwort auf ein sicheres und einzigartiges Passwort, das nicht bereits für andere Dienste genutzt wird. Aktivieren Sie zudem die Zwei-Faktor-Authentifizierung, um das Konto vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
  • Anzeige erstatten. Informieren Sie sich vorab über die gesetzliche Bestimmung, gegen die verstoßen wird – das hilft Ihnen dabei, ernst genommen zu werden. Im Fall von Cyber-Mobbing etwa werden nach § 107c Strafgesetzbuch (StGB) systematische Angriffe gegen eine Person im Internet geahndet.
  • Hilfe holen. Wenn Sie nicht weiter wissen, holen Sie sich Unterstützung bei einer Beratungsstelle. Die Internet Ombudsstelle kann Ihnen dabei helfen, unerwünschte Fotos oder Videos aus dem Netz zu entfernen.

Wie kann ich Kinder und Jugendliche schützen?

Dass Kinder und Jugendliche, die im Internet und in Sozialen Netzwerken aktiv sind, auch mit problematischen Inhalten und der Ausübung von Gewalt konfrontiert werden, ist kein neues Phänomen – auch abseits von #exposeme-Accounts können sie von Hasspostings, Cyber-Mobbing oder sexueller Belästigung betroffen sein.

Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche im Umgang mit problematischen Inhalten zu unterstützen und das Thema Mediengewalt auch in der Schule aufzugreifen. Setzen Sie auf Prävention, indem Sie sie bei der Mediennutzung begleiten, ihnen als Ansprechperson bei Fragen und Sorgen zur Verfügung stehen und mit ihnen im Austausch über ihre Erlebnisse im Netz bleiben.