Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing

Mobbing ist an sich kein neues Phänomen. Mit der Verbreitung von Internet und Handy findet das systematische Belästigen, Bloßstellen, Fertigmachen oder auch absichtliches Ausgrenzen zusätzlich im „virtuellen Raum“ statt. Die Besonderheiten von Cyber-Mobbing: Es kann rund um die Uhr erfolgen, erreicht ein großes Publikum und die Täter/innen agieren (scheinbar) anonym.

Lesen Sie hier die wichtigsten Informationen zu Cyber-Mobbing und wie Sie als Eltern oder Lehrende Ihre Kinder bzw. Schüler/innen bei Belästigungen unterstützen können.

Kinder und Jugendliche finden zusammengefasst 10 Tipps – Wehr dich gegen Cyber-Mobbing!

FAQ - Häufige Fragen und Antworten

Cyber-Mobbing – was ist das?

Der Begriff „Cyber-Mobbing“ bezeichnet das absichtliche und über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen, Belästigen oder Ausgrenzen anderer über digitale Medien.

Cyber-Mobbing findet vor allem im Internet (Soziale Netzwerke, Chats, Messenger, E-Mails, …) oder per Handy (SMS, lästige Anrufe, Messenger, Handyfotos und -videos …) statt. Die Attacken gehen in der Regel von Personen aus dem eigenen Umfeld aus.

Mobbing ist an sich kein neues Phänomen – Cyber-Mobbing weist aber dennoch einige Besonderheiten auf:

  • Cyber-Mobbing findet rund um die Uhr statt: Die Belästigungen enden nicht nach der Schule oder der Arbeit. Dort, wo digitale Medien genutzt werden, findet Cyber-Mobbing statt – also auch zuhause. Internet oder Handy nicht mehr zu verwenden, ist für die Betroffenen meist keine Option.
  • Cyber-Mobbing erreicht ein großes Publikum: Im Internet veröffentlichte Gerüchte oder Beschimpfungen verbreiten sich sehr schnell vor einem großen Publikum. Besonders häufig ist auch das Verbreiten peinlicher Fotos oder Videos. Einmal online gestellte Inhalte lassen sich jedoch kaum wieder entfernen.
  • Cyber-Bullys agieren (scheinbar) anonym: Oft glauben die Täter/innen, im Internet anonym zu sein, indem sie sich z.B. hinter einer erfundenen Identität verstecken. Dadurch sinkt die Hemmschwelle.
  • Keine klare Abgrenzung von Rollen: Die Rollen von Täter/in und Opfer sind nicht immer eindeutig zu trennen. Attacken können als Gegenattacken wiederkehren und den Täter/die Täterin zum Opfer machen.
  • „Unabsichtliches“ Cyber-Mobbing: Nicht jeder Mensch empfindet gleich. Was für den einen witzig ist, kann für jemand anderen verletzend sein. So können auch scherzhaft gemeinte „Blödel-Fotos“ unangenehme Folgen haben.

Verwandte Begriffe:

  • Mobbing, Bullying: Jegliche Form wiederholter verbaler, psychischer oder körperlicher Belästigung durch einzelne oder mehrere Personen
  • Stalking: Jemanden beharrlich verfolgen
  • Grooming: Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen
  • Smack Cam oder Slap Cam: Filmen und Verbreiten von Übergriffen

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Was sagt das Gesetz?

Cyber-Mobbing ist mehr als ein „dummer Streich“ oder ein Kavaliersdelikt!

Seit 1.1. 2016 ist Cyber-Mobbing als eigener Straftatbestand im Strafgesetzbuch verankert (§ 107c StGB "Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems").

Weitere gesetzliche Bestimmungen:

  • Stalking (also die beharrliche Verfolgung einer Person, § 107a StGB) ist seit 2006 in Österreich strafbar – das gilt auch für die „virtuelle“ Welt.
  • Postings in Sozialen Netzwerken oder Foren können den Tatbestand der Beleidigung (§ 115 StGB), der Üblen Nachrede (§ 111 StGB) oder der Verleumdung (§ 297 StGB) erfüllen (sog. Ehrenbeleidigungsdelikte).
  • Auch Delikte wie Datenbeschädigung (§ 126a StGB), Kreditschädigung (§ 152 StGB) und Nötigung (§ 105 StGB) können u.U. im Zuge von Cyber-Mobbing begangen werden.
  • Bei der Herstellung, Veröffentlichung und Verbreitung von pornografischen Bildern unter 18-Jähriger kann der § 207a StGB „Pornografische Darstellung Minderjähriger“ zur Anwendung kommen. Siehe auch: Was ist „Kinderpornografie“?
  • Das Mediengesetz sieht Schadenersatz für Opfer von Übler Nachrede, Beschimpfung, Verspottung und Verleumdung vor (§ 6). Außerdem verbietet es die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs (§ 7). Das Mediengesetz gilt auch für öffentliche Websites.
  • Das Urheberrechtsgesetz gewährt einen Brief- und Bildnisschutz. Briefe, Tagebücher und andere vertrauliche Aufzeichnungen dürfen ohne Zustimmung des Verfassers nicht veröffentlicht werden (§ 77 UrhG). Das Recht am eigenen Bild (§ 78 UrhG) verbietet die Veröffentlichung von Bildern, die die darauf abgebildeten Personen bloßstellen oder herabsetzen.
  • Das Jugendschutzgesetz ist in Österreich auf Landesebene geregelt. In jedem Bundesland gibt es leicht unterschiedliche Bestimmungen. Überall gleich ist jedoch, dass die Weitergabe von z.B. pornografischen oder gewalthaltigen Inhalten an Jugendliche verboten ist und Jugendliche solche Inhalte auch nicht besitzen dürfen.

Achtung: Bis zum 14. Geburtstag gilt man in Österreich als unmündiger Minderjähriger und ist damit nicht strafbar, selbst wenn man gegen ein Gesetz verstößt. Ab 14 Jahre bis zur Volljährigkeit wird betreffend dem Strafausmaß das Jugendstrafrecht angewendet. Jedoch können die Eltern in jedem Fall schadenersatzpflichtig werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben!

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Wie kann ich mich gegen Cyber-Mobbing wehren?

Die wichtigsten Tipps für Kinder und Jugendliche:

  • Vertraue auf deine innere Stimme! Jeder Mensch hat eine natürliche Intuition, die ihn in riskanten Situationen wachsam werden lässt. Vertraue auf dieses „Bauchgefühl“ und sprich mit einer Vertrauensperson, wenn dir etwas komisch vorkommt.
  • Sichere Beweise! Sichere alle Beweise, die du brauchst, damit deine Geschichte glaubhaft ist. Informiere dich, wie du Kopien bzw. Screenshots von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Chats machen kannst. So kann dir schneller geholfen werden.
  • Sperre Nutzer/innen, die dich belästigen! In den meisten Sozialen Netzwerken und Online-Diensten können unerwünschte Personen gesperrt werden. Nutze dieses Angebot, denn du musst dich mit niemandem abgeben, der dich belästigt. Wenn du mit Anrufen oder SMS belästigt wirst, kannst du deine Handynummer ändern lassen. Auch in WhatsApp und Instagram ist es möglich, lästige User/innen zu blockieren (siehe Privatsphäre-Leitfäden).
  • Melde Probleme! Nimm Belästigungen nicht einfach hin, sondern informiere umgehend die Betreiber der Website. In den Saferinternet.at-Leitfäden für Soziale Netzwerke findest du Tipps dazu.
  • Hol dir Rat! Es ist manchmal einfacher, sich erst Hilfe im Familien- oder Freundeskreis zu suchen, bevor man eine offizielle Beratungsstelle kontaktiert. Bei Rat auf Draht erhältst du kostenlos, anonym und rund um die Uhr telefonische Hilfe, wenn du einmal nicht mehr weiter weißt.
  • Kenne deine Rechte! Wenn du es nicht erlaubst, darf niemand Fotos von dir ins Internet stellen, die dich bloßstellen (siehe: Recht am eigenen Bild). Außerdem darf dich niemand vor anderen verspotten oder beleidigen. Wenn Cyber-Mobbing besonders ernst ist, kann dies für den/die Täter/in rechtliche Folgen haben.
  • Friss nichts in dich hinein! Jeder Mensch hat kleine und große Geheimnisse. „Schöne“ Geheimnisse, wie z.B. das erste Verliebtsein, werden gerne mit der besten Freundin/dem besten Freund geteilt. Doch es gibt auch „unangenehme“ Gehemnisse, z.B. wenn du belästigt wirst oder dir jemand zu nahe kommt, obwohl du das nicht willst. Diese Geheimnisse solltest du nicht für dich behalten, auch wenn das von dir verlangt werden sollte. Trau dich, mit anderen darüber zu reden!

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Wie kann ich mein Kind unterstützen, wenn es belästigt wird?
  • Nehmen Sie Ihr Kind ernst und geben Sie ihm nicht die Schuld für negative Online-Erfahrungen. Mobbing kann sehr belastend sein, besonders wenn sich Kinder niemandem anvertrauen können. Sollten Sie sich selbst dazu nicht in der Lage fühlen, vermitteln Sie Ihrem Kind eine gute Ansprechperson (z.B. Familienangehörige, Nachbarn, Lehrende, Hotlines wie 147 Rat auf Draht).

  • Sorgen Sie dafür, dass die Diffamierungen im Netz gelöscht werden. Dies können entweder die Verantwortlichen selbst durchführen oder Sie melden es direkt an die Seitenbetreiber. Wenn auch dann nichts passiert, hilft Ihnen der Internet Ombudsmann.

  • Verurteilen Sie Ihr Kind nicht, sondern zeigen Sie, wie man aus Fehlern gemeinsam lernen kann. Stoßen Sie Ihr Kind nicht vor den Kopf, indem Sie „besserwisserisch“ reagieren.

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über die Weitergabe persönlicher Daten im Internet. Eine allzu freizügige Darstellung der eigenen Person im Internet (z.B. auf Facebook) kann Angriffsfläche für Cyber-Mobbing sein. Siehe auch: Facebook: Wie schütze ich meine Privatsphäre?

  • Reagieren Sie nicht mit einem Handy- und Internetverbot. Trotz Belästigungen sind Handy und Internet noch immer ganz wichtig für Freizeit und Schule. Wenn Ihr Kind Opfer von Cyber-Mobbing wird, sollte es dafür nicht auch noch bestraft werden! Geben Sie stattdessen konkrete Tipps, wie sich Ihr Kind gegen Belästigungen wehren soll.

  • Versuchen Sie den Täter/die Täterin zu identifizieren und machen sie ihm/ihr bewusst, dass es sich um ein strafbares Delikt handeln kann.

  • Kontaktieren Sie die Eltern des Täters/der Täterin nur über die Schule bzw. den Ausbildungsplatz – niemals direkt! Wenn die Belästigung das Ausmaß einer beharrlichen Verfolgung annimmt oder eine gefährliche Drohung vorliegt, sollten Sie die Polizei verständigen.

  • Zeigen Sie Interesse an der Lebenswelt Ihres Kindes. Informieren Sie sich über die Handy- und Internetnutzung Ihres Kindes, auch wenn es keine Belästigung gibt. Seien Sie sensibel für mögliche Verstörungen Ihres Kindes, gerade im Zusammenhang mit den Handy- und Internetaktivitäten.

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Wie kann ich Belästigungen in Facebook melden?

Die nachfolgenden Erklärungen beziehen sich auf die Desktop-Version von Facebook. Das Melden von Personen und Inhalten funktioniert in der App aber ähnlich.

Personen blockieren/melden
Werden Sie oder Ihr Kind auf Facebook von einem Nutzer/einer Nutzerin belästigt, können Sie diese Person blockieren. Blockierte Nutzer/innen können nicht mehr auf Ihr Profil zugreifen, Sie nicht mehr auf Fotos oder in Beiträgen markieren und Ihnen auch keine Nachrichten mehr schicken. Klicken Sie dazu in der Chronik der Person auf das Symbol mit den drei Punkten (...) rechts im Titelbild, wählen Sie „Blockieren“ und folgen Sie den Anweisungen. An derselben Stelle können Sie Nutzer/innen, die Sie belästigen oder gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen verstoßen, direkt an Facebook melden. Klicken Sie dazu auf „Melden“ und geben Sie an, warum Sie die Person melden möchten.

 


Fotos melden

Fotos, die das Recht am eigenen Bild verletzen oder illegal sind, können ebenfalls gemeldet werden. Öffnen Sie dazu beim entsprechenden Foto in der rechten Ecke das Menü, klicken Sie auf „Foto melden“ und folgen Sie den Anweisungen.

 


Status melden

Missbräuchliche Statusmeldungen können Sie mit einem Klick auf den Pfeil rechts oberhalb der Meldung melden: Wählen Sie „Mir gefällt dieser Beitrag nicht“ und geben Sie einen Grund für die Meldung an.

 

Markierungen entfernen
Wenn Sie Markierungen von Fotos oder aus Beiträgen entfernen möchten, klicken Sie beim entsprechenden Beitrag auf den Pfeil rechts oben und wählen Sie „Markierung entfernen“. Achtung: Das Foto bzw. der Status wird dadurch weder gemeldet, noch entfernt! Um zu verhindern, dass Sie gegen Ihren Willen auf Fotos oder in Beiträgen markiert werden, können Sie in den Einstellungen die Überprüfung von Markierung aktivieren. Nähere Infos dazu finden Sie in unserem Privatsphäre-Leitfaden „Sicher unterwegs in Facebook“ (pdf, 7.3 MB).

 

Gruppen melden
Anstößige Gruppen, „Hass“-Gruppen o.Ä. melden Sie mit einem Klick auf das Drei-Punkte-Symbol (...) rechts im Titelbild der Gruppenseite. Klicken Sie danach auf „Gruppe melden“ und geben Sie an, warum Sie die Gruppe melden.

 

Tipp: Sollten diffamierende Inhalte trotz Meldung nicht gelöscht werden oder die Belästigungen weitergehen, hilft Ihnen der Internet Ombudsmann kostenlos weiter.


Für alle Sozialen Netzwerke gilt: Belästigungen und anstößige Inhalte sollte man keinesfalls hinnehmen! Vorfälle, die illegal sein könnten, sollten unbedingt zur Anzeige gebracht werden. Eine genaue Dokumentation des Vorfalls mit Datum, Uhrzeit, Nutzername sowie Screenshots der betreffenden Inhalte ist in diesem Fall sehr hilfreich. In unseren Privatsphäre-Leitfäden für Soziale Netzwerke finden Sie umfassenden Anleitungen, wie Sie Inhalten melden oder andere Nutzer/innen blockieren können.

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Was kann ich tun, wenn mein Kind andere mobbt?
  • Cyber-Mobbing beenden. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie verletzend sein Verhalten für den/die Betroffene sein kann. Fordern Sie Ihr Kind klar dazu auf, die belästigenden Aktivitäten einzustellen.

  • Beweggründe hinterfragen. Versuchen Sie, möglichst vorurteilsfrei mit Ihrem Kind die Hintergründe der Attacken zu klären. Üben andere Druck auf das Kind aus? Wurde oder wird es selbst gemobbt? Braucht Ihr Kind psychologische Unterstützung?

  • Perspektivenwechsel anregen. Fordern Sie Ihr Kind auf, sich in die Rolle des/der Gemobbten zu versetzen. Wie würde es Ihrem Kind in einer solchen Situation gehen?

  • Folgen aufzeigen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Konsequenzen problematische Postings haben können (z. B. Belästigung durch Dritte, selbst Opfer werden, Missbrauch der Fotos, sich strafbar machen etc.).

  • Zuerst denken, dann posten. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es immer nachfragen sollte, bevor es Bilder von anderen im Internet veröffentlicht („Recht am eigenen Bild“). Besprechen Sie mit Ihrem Kind, ab wann ein Foto als „peinlich“ empfunden werden könnte.

  • Situation auflösen. War Ihr Kind aktiv an Online-Anfeindungen beteiligt, sollte es sich beim Opfer entschuldigen. Überlegen Sie gemeinsam, wie eine angemessene Wiedergutmachung aussehen könnte.

 
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Wie kann die Schule gegen Cyber-Mobbing vorbeugen?
  • Schüler/innen in ihrem Selbstbewusstsein stärken: Kinder und Jugendliche, die lernen, selbstbewusst und selbstbestimmt zu agieren, wissen sich in schwierigen Situationen besser zu helfen. Sie beziehen Angriffe weniger auf sich selbst und können in der Regel gelassener mit Mobbing umgehen.

  • Wertschätzender Umgang: Ein wertschätzender Umgang miteinander bedeutet, zwischen dem subjektiven Empfinden einer Person gegenüber und der objektiven Situation trennen zu können. Jeder, ob sympathisch oder unsympathisch, hat ein Recht auf eine gewaltfreie Arbeits- und Lernumgebung.

  • Gutes Verhältnis zwischen Lehrenden und Schüler/innen schaffen: Ein gutes Vertrauensverhältnis trägt dazu bei, dass sich von Cyber-Mobbing betroffene Schüler/innen schneller an ihre Lehrer/innen wenden und so möglichst früh Hilfe organisiert werden kann.

  • Verhaltensvereinbarungen und Hausordnung erstellen: Wird Cyber-Mobbing in der Haus- bzw. Schulordnung thematisiert, ist später leichter damit umzugehen. Je transparenter das Thema von Anfang an in der Schule behandelt wird, desto einfacher fällt es, im konkreten Anlassfall konstruktive Entscheidungen zu treffen.

  • „Briefkasten“ einrichten und betreuen: Ein „Kummerkasten“ (z.B. E-Mail-Adresse, „echter“ Briefkasten) bietet Schüler/innen die Möglichkeit, anonym von Mobbing-Fällen zu berichten. Der „Kummerkasten“ sollte gut kommuniziert und regelmäßig überprüft werden. Wichtig: Der Briefkasten sollte am besten auf der Schultoilette installiert werden, um die Anonymität der Betroffenen zu wahren. Beachten Sie weiters, dass dieser anonyme Beschwerdekasten auch zum „Anschwärzen“ von anderen Schüler/innen missbraucht werden kann!

  • Peer-Modelle einführen: Da sich Cyber-Mobbing in der Regel zwischen Gleichaltrigen abspielt, kann eine Unterstützung aus dem Kreis der Schüler/innen hilfreich sein. In vielen Fällen reden die Opfer lieber mit einem vertrauenswürdigen Mitschüler als mit einem Erwachsenen. Wichtig: Mit den Peers trainieren, die eigenen Grenzen zu erkennen – wann übersteigt ein Fall die Kompetenzen der Peers?

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Was kann die Schule bei einem Cyber-Mobbing-Vorfall tun?

Wird ein Cyber-Mobbing-Vorfall bekannt, so muss die Schule – die Schulleitung oder der Klassenvorstand – sofort reagieren. Zunächst sind folgende Fragen abzuklären: Was genau ist vorgefallen? Welche Personen sind beteiligt? Wie schwer ist das Delikt?

  • Mit den Beteiligten reden: Opfer und Täter/innen (sofern bekannt) befragen und gemeinsam eine Lösung für das zukünftige Miteinander finden. Ob es eine „Wiedergutmachung“ braucht, muss der/die Betroffene entscheiden. Oft ist es wichtiger, dass der Täter/die Täterin seine/ihre Schuld anerkennt.

  • Eltern einbinden: Neben Gesprächen mit den Eltern der Beteiligten (Opfer, Täter/innen) ist auch eine allgemeine Sensibilisierung (z.B. bei einem Elternabend) sinnvoll. Eltern wissen oft nicht, was Cyber-Mobbing eigentlich ist und sind sich der möglichen Tragweite nicht bewusst.

  • In der Schule thematisieren: Auf keinen Fall darf Mobbing totgeschwiegen werden! Jeder Vorfall muss als Chance genutzt werden, um Aufklärung zu betreiben: Wie fühlt man sich als Opfer? Welche Motive haben die Täter/innen? Welche Rolle haben Zeugen? Konkrete Fälle können als Anlass genommen werden, um präventive Maßnahmen umzusetzen.

  • Umgang mit Internet und Handy regeln: Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt? Welche Sanktionen gibt es bei Regelverstößen? Manchmal kann es schon helfen, wenn beispielsweise das Handy während des Unterrichts abgeschaltet sein muss und dies in der Schulordnung geregelt ist.

  • Präventionsbeamt/innen der Polizei hinzuziehen: Dies macht vor allem Sinn, um einschätzen zu können, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen oder nicht.

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Was tun, wenn Lehrende im Internet verunglimpft werden?

Immer wieder kommt es vor, dass Schüler/innen ihre Lehrer/innen im Unterricht mit dem Handy filmen, diese Aufnahmen dann zusammenschneiden und in Sozialen Netzwerken zum Spaße aller veröffentlichen. Die betroffenen Lehrenden erfahren dies in der Regel nicht, da sie selbst meist nicht Mitglied dieser Communities sind.  

Wird ein Vorfall bekannt, stellen Sie sich auf die Beine! Nichts zu tun, ist bei Mobbing gerade der falsche Weg. Suchen Sie aktiv Gespräche mit der Familie, Bekannten, Kolleg/innen etc. und eventuell auch professionelle Hilfe (Selbsthilfegruppe, psychologische Beratung). Das hilft bei der Klärung, warum man überhaupt zum Opfer geworden sein könnte und welche Verhaltensweisen speziell bei Schüler/innen Hass- oder Rachegefühle auslösen.

Empfehlenswert ist in jedem Fall, Cyber-Mobbing klar sichtbar für alle in die Schul-/Hausordnung aufzunehmen, z.B. dass in der Schule nur mit Erlaubnis der Beteiligten gefilmt oder fotografiert werden darf. Je transparenter das Thema von Beginn an behandelt wird, desto einfacher können im konkreten Anlassfall konstruktive Entscheidungen getroffen werden. Denn es ist rechtlich nicht eindeutig geklärt, ob das Filmen von Lehrenden im Unterricht erlaubt ist oder nicht. Noch ist dies ein rechtlicher Graubereich.  

Anders ist die Situation jedoch, wenn es sich um eine klar nachteilige Darstellung der Lehrenden handelt – wenn z.B. Videos oder Fotos so zusammengeschnitten werden, dass eine Lehrkraft damit lächerlich gemacht wird. In diesem Fall gilt das Recht am eigenen Bild, das der abgebildeten Person erlaubt, eine Löschung des veröffentlichten Materials zu verlangen (z.B. beim Seitenbetreiber melden). Weitere rechtliche Bestimmungen, die im Zusammenhang mit Cyber-Mobbing relevant sein können, finden Sie hier.

Generell gilt: Ein gutes Schulklima beugt Gewalt vor. Deshalb ist es wichtig, permanent am Vertrauensverhältnis zwischen Schüler/innen, Lehrenden und Schulleitung zu arbeiten. Hierbei sind auch externe Expert/innen sinnvoll, wie Schulpsycholog/innen oder Schulentwickler/innen.

Weiterführende Links:

Wo finde ich Unterstützung und Beratung?

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